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Endlich Landärztin - Neustart mit Hindernissen

Neustart mit Hindernissen
Freitag, 29.01.2021 01:25 Uhr
SR
Freitag
29.01.2021
01:25 Uhr
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Bildquelle: Pressebild (tvdirekt)
Bildquelle: Pressebild (tvdirekt)

Anke Menikheim überlegte nicht lange und folgte einem Aufruf der Kassenärztlichen Vereinigung Baden- Württemberg: Ihr junges Unternehmen wurde zur Corona-Schwerpunktpraxis. Positiver Nebeneffekt: Sie erhielt ausreichend Schutzkleidung für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und für die Arbeit mit den Patientinnen und Patienten. Seitdem ist ein Praxisalltag ohne Mundschutz, Schutzhaube und -anzug nicht mehr vorstellbar. Das Bestellsystem wurde umgestellt, Corona-Sprechzeiten eingerichtet. Zwei Jahre hatte die Suche nach der eigenen Praxis gedauert. Angesichts des großen Mangels an Hausäzrtinnen und Hausärzten war sie optimistisch, schnell eine Praxis finden zu können. Es kam jedoch anders. Anke Menikheim besuchte viele Dörfer und Gemeinden, traf alte Hausärztinnen und Hausärzte, sprach mit Gemeindevertreterinnen und Gemeindevertretern, Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern. "Ich war sehr naiv", sagt sie rückblickend. Es gab Momente, in denen sie nicht mehr an ihren Traum von der eigenen Praxis glaubte und als Notfallärztin im Rettungsdienst im Einsatz war. Dann aber kam der erlösende Anruf aus Bittenfeld. Nach dem Tod des alten Hausarztes wollte dessen Sohn, ebenfalls Arzt, die Praxis nicht dauerhaft übernehmen. Anke Menikheim war bereit. Im Januar 2018 begrüßte sie die ersten Patientinnen und Patienten. Nachdem die Covid 19-Infektionszahlen zurückgegangen waren, beschloss Anke Menikheim im Spätsommer 2020, die Zertifizierung als Corona-Schwerpunktpraxis wieder aufzugeben. Aus ihrer Sicht war der bürokratische Abrechnungsaufwand für die Corona-Tests im Vergleich zur Vergütung zu hoch. Ohnehin würde es auch immer schwieriger, eine neue Praxis wirtschaftlich führen zu können. Auch deshalb scheuen viele junge Ärztinnen und Ärzte das finanzielle Risiko und die Verantwortung, die eine Niederlassung mit sich bringt. Laut KV Baden-Württemberg gibt es aktuell 630 freie Hausarztsitze und 1.200 Hausärztinnen und Hausärzte sind älter als 65 Jahre. Das ist nicht mehr nur ein Problem des ländlichen Raumes, sondern zunehmend auch der Städte. Mit dem Anstieg der Covid 19-Infektionszahlen im Herbst 2020 ist auch die Arbeit in der Praxis von Anke Menikheim wieder unruhiger geworden. Nichts mehr ist kalkulierbar. Mal kommen viele Patientinnen und Patienten, dann wieder nur wenige - aus Sorge, sich anstecken zu können. Ein Praxisalltag zwischen Kurzarbeit und Überforderung. Auch wenn die Praxis nicht mehr Corona-Schwerpunktpraxis ist, hat die Ärztin die Infekt-Sprechstunde wieder verlängert. Die nächste Herausforderung wartet schon auf Anke Menikheim und ihr Praxis-Team: Überall im Land werden Ärztinnen und Ärzte gesucht, die in den Impfzentren arbeiten können. Das SWR Fernseh-Team hat Anke Menikheim fast fünf Jahre mit der Kamera begleitet. Von der Suche nach einer eigenen Praxis, dem Ausbruch der Corona-Pandemie bis zum Start der bundesweiten Impfkampagne.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 29.01.2021 um 01:25 Uhr auf SR.