Ein einsamer Papst im strömenden Regen - dieses Bild ging im März um die Welt. Mitten in der Corona-Krise spendete Papst Franziskus auf dem menschenleeren Petersplatz den Segen "Urbi et Orbi". Auch in anderen Momenten des Jahres 2020 stand das Oberhaupt der Katholiken oft alleine oder zwischen den Fronten.
Nahezu alle Reisen fielen in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie aus. Der mittlerweile 84 Jahre alte Papst musste auf die Probleme der Welt und die Krisen seiner Kirche quasi aus dem vatikanischen Homeoffice reagieren.
Krisenthemen: Amazonas-Synode, Frauenpriestertum, Pflichtzölibat
Viele Katholiken - gerade in Deutschland - sahen Hoffnungen enttäuscht, die die Amazonas-Synode 2019 geweckt hatte. Sowohl in der Frauenfrage wie auch beim Pflichtzölibat hat sich Papst Franziskus in ihren Augen kaum bewegt.
Konservative Katholiken hingegen kritisieren Aussagen des Papstes zur Homosexualität.
Die Enzyklika "fratelli tutti", in der Papst Franziskus die Vision einer gerechteren Welt entwirft, stieß weltweit auf viel Zustimmung. Manchen aber geht die Kritik des Papstes an der Weltwirtschaft zu weit, anderen erscheint das Lehrschreiben in seiner Themenvielfalt als zu beliebig.
Machtkämpfe innerhalb des Vatikans
Und auch innerhalb des Vatikans schwelen weiterhin Machtkämpfe und Intrigen. Der mächtige Kurienkardinal Giovanni Angelo Becciu wurde von Papst Franziskus wegen Untreue entlassen. Der Australier George Pell, der wegen Missbrauchs vor Gericht stand, wurde hingegen weitgehend rehabilitiert.
Der Film "Papst Franziskus - Pontifex und Krisenmanager" ruft die wichtigsten Stationen des Papstes in diesem ungewöhnlichen Jahr in Erinnerung.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 01.01.2021 um 11:20 Uhr auf BR.