Das Kyffhäusergebirge liegt südöstlich vom Harz. Es ist mit sieben Kilometer Breite und 19 Kilometer Länge eines der kleinsten Gebirge Deutschlands. Weithin sichtbar ist ein riesiges Denkmal, frühes Symbol des deutschen Nationalstaates und Fortschreibung des Mythos um den sagenumwobenen Kaiser Barbarossa.
Ob im Mittelalter oder in der Kaiserzeit, während der NS-Herrschaft oder zu Zeiten der DDR, kaum ein Ort in Deutschland ist von den jeweiligen Herrschern stärker vereinnahmt worden als der Kyffhäuser. Wer hier Spuren hinterließ, hatte Großes vor, Kaiser und Könige, selbst ernannte Führer ebenso wie führende Kader. Sie alle haben diesen Ort geprägt, ihre Herrschaft und Macht hier inszeniert.
Im Innersten: Ein Labyrinth aus mehr als 50 Höhlen. Das Kyffhäuser-Denkmal - auch als Barbarossa-Denkmal bekannt - wurde 2015 saniert.
Es lohnt sich, diesen Spuren zu folgen, hinauf zum Denkmal, aber vor allem tief hinab. Denn das größte Geheimnis dieses Ortes ist nicht das Wahrzeichen, sondern das, was der Kyffhäuser in seinem Innersten verborgen hält, sagenumwoben, geheimnisvoll und düster: ein Labyrinth aus mehr als 50 Höhlen. Weltbekannt ist die Barbarossahöhle. Weshalb diese Höhlen im 20. Jahrhundert ins Blickfeld der Mächtigen und ihrer
Geheimdienste gerieten, gehört zu den spannendsten Kapiteln deutscher Geschichte.
Und so erzählt dieser Film von einem Ort, der so sichtbar ist, das ihn jeder zu kennen glaubt, dessen unsichtbare Geheimnisse allerdings umso spannender sind, je tiefer sie im Inneren des Kyffhäusers verborgen wurden.
Film von Galina Breitkreuz
Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 29.12.2020 um 01:05 Uhr auf phoenix.