Die Leipziger Hugo Anton Schneider AG, ursprünglich eine Lampen- und Metallwarenfabrik, steigt während der NS-Zeit zu einem der größten Rüstungskonzerne im Deutschen Reich auf. Die bekannteste Entwicklung der HASAG ist die Panzerfaust. Die Zwangsarbeiter sind in großen Barackenlagern in unmittelbarer Nähe des Fabrikgeländes untergebracht. Darunter auch ein Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald. Weitere KZ-Außenlager gibt es auch an den anderen Produktionsstandorten der HASAG in Taucha, Altenburg, Meuselwitz, Schlieben, Colditz und Flößberg.
Doch das große Vergessen beginnt schon in den fünfziger Jahren. Nach der Besetzung Mitteldeutschlands sprengen die Sowjets viele der Produktionsanlagen. Einer strafrechtlichen Verfolgung können sich die leitenden Mitarbeiter entziehen. Zu Ihnen gehören auch Wilhelm Renner, der Vater von Hannelore Kohl und Edmund Heckler, der nach Kriegsende in Bayern eine eigene Waffenfirma aufbaut.
Seit einigen Jahren gehen in Leipzig, Altenburg oder dem polnischen Skarzysko-Kamienna lokale Geschichtsforscher und junge Historiker auf Spurensuche. Sie wollen die Schauplätze einer mörderischen Kriegsmaschinerie wieder sichtbar machen.
Der Film aus der Reihe "Der Osten - Entdecke wo du lebst" begleitet Geschichtsdetektive aus Leipzig und Altenburg auf ihrer ungewöhnlichen Entdeckungsreise.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 19.12.2020 um 03:30 Uhr auf MDR.