Treis-Karden liegt etwa zehn Kilometer östlich von Cochem an der Mosel. Die Ortsteile Treis und Karden werden durch den Fluss getrennt. Treis ist mittlerweile der deutlich größere. Karden hingegen war über viele Jahrhunderte der reichere. Dort lag nämlich ein Stift, in dem vor allem reiche Adelige aus der Region ihre zweit- und drittgeborenen Söhne untergebracht haben. Damit sie als Mönche nicht auf den Luxus ihrer Jugend verzichten mussten, waren die Regeln eher weltoffen. Die Mönche hatten eigene Häuser rund um die Stiftskirche und bekamen sogar Geld, wenn sie die Gottesdienste besuchten. Anfang des 19. Jahrhunderts hatte Napoleon das Stift geschlossen. Die St.-Castor-Straße ist nach dem Heiligen benannt, der im fünften Jahrhundert hier missioniert haben soll. Die besonders lange Geschichte des Ortes begegnet einem bei jedem Schritt auf der Hauptstraße. Doch die Menschen hier sind nicht in der Vergangenheit stecken geblieben. Sie nutzen die Historie, um Touristinnen und Touristen in den Ort zu locken und mit historischen Führungen zu unterhalten. Die gastronomischen Betriebe in der Straße schreiben ihre eigenen Geschichten. Im Schloßhotel ist der Tanz-Kaffee am Sonntag schon seit vielen Jahren Tradition. Wer nach so viel Bewegung neue Schuhe braucht, wird natürlich auch fündig: im vielleicht kleinsten Schuhgeschäft der Welt.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 19.12.2020 um 18:05 Uhr auf SWR Rheinland-Pfalz.