

Nebel liegt über dem Riesengebirge, weiße Schwaden ziehen durch die Wälder. Ein kleiner Steinring auf 1386 Metern markiert symbolisch die Quelle des großen Stroms, der hier "Labe" genannt wird. Nur einen Kilometer entfernt stürzt die Elbe 40 Meter tief, um dann durch felsige Landschaft mit dunklen Wäldern und tiefen Schluchten zu fließen. Auf offenen Waldlichtungen röhren im Herbst die Rothirsche, bereits im zeitigen Frühjahr balzen Birkhähne im Nationalpark Riesengebirge, während in tieferen Lagen Fischotter im Eiswasser nach Beute tauchen. Bei Spindleruv Mlýn, zu Deutsch "Spindlermühle", wird die Elbe zum ersten Mal von einem Stauwehr gezähmt. Die Anwohner sollen vor Hochwasser geschützt werden.
Auf ihrem Weg durch das Böhmische Becken ist die Elbe voller Naturschätze. Vorbei an den Städten Hradec Králové - Königgrätz - und Pardubice - Padubitz - windet sie sich zunächst nach Süden. Vielerorts leben Fischotter direkt am Fluss, während sich Rotbauchunken in den Gewässern ehemaliger Truppenübungsplätze heimisch fühlen. Besondere Lebensräume sind die Altarme der Elbe: An stillen Orten mit viel Röhricht lebt eines der kleinsten Nagetiere Europas, die Zwergmaus. Im sauberen Wasser pflegen Bitterlinge eine einzigartige Symbiose: Die kleinen Karpfenfische legen ihre Eier in Süßwassermuscheln und verbreiten dafür deren Nachwuchs.
Die Böhmische und die Sächsische Schweiz bilden ein natürliches Kunstwerk auf kleinstem Raum: malerische Felsen und Tafelberge, bizarre Schluchten und Felslabyrinthe, Sandsteinnadeln und urwüchsige Buchenwälder.
Bei Dresden, dem berühmten "Elbflorenz", endet die erste Folge des aufwendig gedrehten Flussporträts "Die Elbe". Es stellt entlegene Naturparadiese vor, entführt in überraschend vielfältige Landschaften und gibt Einblicke in außergewöhnliches Verhalten der Tiere am großen Strom. Film von Svenja und Ralph Schieke
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 08.11.2020 um 17:15 Uhr auf SR.