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Unser Wild - Reh und Hirsch

Reh und Hirsch
Mittwoch, 04.11.2020 17:50 Uhr
Arte
Mittwoch
04.11.2020
17:50 Uhr
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Bildquelle: Pressebild (tvdirekt)
Bildquelle: Pressebild (tvdirekt)

Der Rothirsch gilt als der "König der Wälder", und seit Jahrhunderten ist er ein Politikum. Weil die Bauern für Schäden auf Feldern und Wiesen vom Jagdpächter Entschädigung fordern können, vertreiben die Jäger den "Schädling" in den Wald. Dem "König des Waldes", der eigentlich ein Steppentier ist, wird sein Reich aufgezwungen. Und er schädigt es: Mangels Gras fressen Rothirsche junge Bäume und schälen Rinde ab. Während Rehe überall frei herumlaufen können, dürfen Hirsche in Deutschland nur in eigens ausgewiesenen Rotwildbezirken leben. Zwischen diesen Inseln gibt es keine Verbindung, Wanderungen sind nicht möglich. Im Unterschied zum Rotwild passen sich Rehe gut an die durch den Menschen veränderte Landschaft an und können so ständig neue Lebensräume besiedeln. Das Reh besiedelte ursprünglich Waldrandzonen und -lichtungen. Mittlerweile kommt es auch in offener, fast deckungsloser Agrarsteppe vor. Die Folgen sind dramatisch: In einigen Regionen haben Rehe eine so hohe Bestandsdichte erreicht, dass sie die natürliche Waldverjüngung verhindern. Die Maßnahmen der Schadensbegrenzung werden kontrovers gesehen. Sie reichen vom Einzäunen über eine Verringerung des Rehbestandes durch Abschuss bis hin zur wildgerechteren Waldwirtschaft. Allerdings ist jede Maßnahme mit erheblichem Aufwand verbunden. Der Hauptstreitpunkt ist und bleibt die Jagd. Die Zahl der erlegten Rehe hat in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen, aber um den Bestand so zu dezimieren, dass sich die Waldschäden verringern, würde nur eine gezielte Bejagung helfen. Nach Ansicht vieler Waldbesitzer und Förster ist vor allem die falsche Hege durch die Jäger für die hohen Rehwildbestände verantwortlich. Das einseitige Fördern von jagdlich interessanten Tieren und der Wunsch, möglichst große Trophäen zu erbeuten, gehe auf Kosten des Waldes. Von Seiten der Wildbiologen heißt es zudem, Wildfütterung sei unnatürlich, denn das Wild sei durch die lange Evolution an den winterlichen Nahrungsengpass angepasst. Fütterung sei daher oftmals kontraproduktiv, da sie die Reproduktionsrate erhöhe und damit das Wald-Wild-Problem zusätzlich anheize.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 04.11.2020 um 17:50 Uhr auf Arte.

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stereo
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16:9
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Schlagwoerter
Dokumentation/Reportage, Tiere, Natur