

Millionen Ostdeutsche packen die Koffer und fahren nach der Wende westwärts, auf der Suche nach Arbeit, großen Herausforderungen und Abenteuer. Jahre später kommen viele zurück, mit frischen Ideen im Kopf und dem Heimweh im Herzen!
Im Sommer 89 nimmt Conrad Schröpel im sächsischen Oderwitz seinen Rucksack und fährt in die CSSR. Er will über die Grenze nach Österreich, wird verraten und inhaftiert. Dann fällt die Mauer und sein Weg führt ihn doch noch nach Salzburg und Wien, wo er viele Jahre in renommierten Hotels arbeitet. Kurz vor der Wiedervereinigung steigt auch Sandra Ryll in den Zug. Mit einem Köfferchen fährt sie zu Onkel und Tante nach Düsseldorf. Sie will raus aus dem Dorf in der Altmark, wo sie aufgewachsen ist und nutzt die Freiheit. Fast ein Vierteljahrhundert bleibt die gelernte Krankenschwester am Rhein, lernt ihren Mann kennen und Fortuna Düsseldorf. Jetzt sind Sandra und Conrad zurück in der alten Heimat, die sie vor vielen Jahren verlassen haben.
Die Doku-Reihe begleitet zehn Rückkehrer durch den Alltag in der wiedergefundenen Heimat. Vieles hat sich hier inzwischen verändert. Es sind Geschichten vom Weggehen und Wiederkommen. Von Herausforderungen und dem Mut des Neuanfangs.
* Folge 5:
Claudia und Axel Schmidt führen das 100-jährige Gasthaus "Waidmannsruh" in Südthüringen. Auch durch die DDR hindurch blieb die kleine Gaststätte immer in Privatbesitz. Doch Axel wollte nach dem Abitur raus in die Welt, arbeitete als Chefkoch in den USA, der Karibik, England, der Schweiz und lernte seine Frau Claudia kennen. Dann standen die Eltern vorm Ruhestand und die Gastwirtschaft vor dem Aus. Und Schmidts entschieden sich mutig für eine Rückkehr und packten an. Sie renovierten den alten Gasthof und legten einen Weinkeller an, der in Thüringen seinesgleichen sucht.
In Marienberg im Erzgebirge verwirklichte Andrea Steinert ein Herzensprojekt. Die 51-Jährige hat das Netzwerk "August Stark" aufgebaut und hilft abgewanderten Sachsen, in der alten Heimat wieder durchzustarten. Das kennt sie aus eigener Erfahrung. Aufgewachsen in Chemnitz geht sie mit 20 zum Vater nach Frankfurt am Main. Der hatte in der Forschungsabteilung des Werkzeugmaschinenkombinates Fritz Heckert gearbeitet und war von einer Westreise nicht zurückgekommen. Nach der Wende studiert Andrea Grafik-Design in Halle und Wien, sie arbeitet für eine große österreichische Werbeagentur und bekommt für ihre Projekte viele Preise. Wegen der Liebe geht sie schließend nach Kairo. Doch wirklich glücklich ist sie dort nicht. 2006 kommt sie zurück und fängt noch einmal ganz von vorn an.
30 Jahre Deutsche Einheit
Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 08.10.2020 um 19:50 Uhr auf MDR.