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Wir, Kinder des Sozialismus

Geschichten aus einem verschwundenen Land
Sonntag, 04.10.2020 23:05 Uhr
MDR
Sonntag
04.10.2020
23:05 Uhr
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Bildquelle: Pressebild (ard2017)
Bildquelle: Pressebild (ard2017)

In autobiografischen Streifzügen erzählen sieben Regisseure von der Suche nach dem Land ihrer Kindheit: der DDR der 1950er- und 1960er-Jahre. Sie waren neugierig und verwundbar, angepasst und widerspenstig. Sie wollten - oder sollten - das "bessere Deutschland" mit aufbauen und die sozialistische Zukunft gestalten. Erinnerungen an das ganz normale Leben Ost: Alltag im geteilten Berlin und Leben in der DDR-Provinz, Familienausflüge und Freundschaften, West-Pakete und 8mm-Filme.

Peter Kahanes Eltern kommen Ende der 1940er-Jahre aus der Emigration zurück nach Ostberlin. Die Familienausflüge nach Westberlin nutzt er, um amerikanische Western zu sehen und sie mit den russischen Reiterfilmen zu vergleichen, die das Kino in Pankow spielt.

'Arbeiter und Angestellte aufs Land' heißt die Kampagne, die die Familie von Gabriele Denecke für kurze Zeit in die Provinz verschlägt, bevor sie nach Berlin zurückkehren, und Gabriele die Unterschiede zwischen Ost- und Westkaugummi bei heimlichen Grenzübertritten kennenlernt.

Andreas Voigt - das Buchhändlerkind aus Dessau - wollte vor allem Gutes tun und dazugehören. Als junger Pionier Flaschensammeln für die Kinder in Kuba und für den Weltfrieden kämpfen, das waren die Ideale, an die er glaubte.

Dass man als kleiner Junge in Erfurt der 1950er-Jahre große Abenteuer erleben kann, davon erzählen die 8mm-Filme, die Lars Barthel zu seinem Film über seine lebenslustige Familie neu komponiert hat.

Ralf Marschalleck wächst in Weimar auf. Sein Bild der heilen sozialistischen Familie zerbricht, als sich der Vater über Nacht in den Westen absetzt. Der Vater weg und die Mutter sterbenskrank - Hannes Schönemann und seine Schwestern werden in Rerik in einem staatlichen Kinderheim untergebracht. Sein Traum: die Flucht aus der DDR.

Auf den Spuren der Rolling Stones und in Erwartung westlichen Lebensgefühls verbringt der 17-jährige Abiturient Thomas Knauf die großen Ferien 1968 in Warschau. Nach dem russischen Einmarsch in Prag wird er verhaftet und lernt statt Studentenclubs den Knast kennen.

Die sieben persönlichen Filmepisoden atmen das Leben in Ostdeutschland und in dem geteilten Berlin jener Jahre. Die Filmemacher, eine Regisseurin und sechs Regisseure, berichten mit unterschiedlichsten Handschriften und künstlerischen Mitteln von kindlichem Stolz und jugendlichem Aufbegehren, von Hoffnungen und Enttäuschungen. 30 Jahre Deutsche Einheit

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 04.10.2020 um 23:05 Uhr auf MDR.

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Dokumentation/Reportage, Porträt/Biografie, Geschichte, DDR, 30 Jahre Deutsche Einheit