

Indische Lippenbären wurden durch das Dschungelbuch weltberühmt, sie dienten schließlich als Vorlage für Balu den Bären. Umso erstaunlicher, dass es über diese charismatischen Tiere keinen Naturfilm gibt. Der Grund: Lippenbären sind extrem kamerascheu und meist nachtaktiv, zudem können sie sehr gefährlich werden. Jedes Jahr kommt es in Indien zu tödlichen Zwischenfällen. Selbst Biologen wissen über Lippenbären in freier Wildbahn so gut wie gar nichts. Die beiden Hamburger Tierfilmer Oliver Goetzl und Ivo Nörenberg stellen sich der enormen Herausforderung.
Heute leben noch etwa 10.000 Lippenbären in Indien. In Karnataka, im Süden des Landes, fanden Goetzl und Nörenberg einen besonderen Zugang zu den scheuen Tieren und rückten ihnen erstmalig mit der Kamera ganz dicht auf den Pelz. Über einen Zeitraum von drei Jahren und in mehr als 200 Drehtagen konnten die beiden nicht nur Lippenbären am helllichten Tag filmen, sondern dokumentierten Verhalten, das selbst Wissenschaftlern bisher nicht bekannt war. Dafür mussten die Filmer aufwendige Tarnverstecke und sogar einen Aussichtsturm bauen. Zudem setzten sie auch zahlreiche ferngesteuerte Kameras ein: in Höhlen, in der Nähe von Termitennestern und unter Bäumen mit reifen Früchten.
Neben den Lippenbären zeigt der Film aber auch andere Tiere, die mit Balu und seinen Verwandten denselben Lebensraum teilen, wie etwa Pfaue, Otter, Hörnchen und eine Horde Tempelaffen. Extreme Zeitlupen mit bis zu 2.000 Bildern pro Sekunde und Zeitraffer bereiten dem Auge ein visuelles Spektakel der besonderen Art. Film von Oliver Goetzl und Ivo Nörenberg
Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 09.09.2020 um 10:30 Uhr auf HR.