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Kindesmissbrauch im Spitzensport

Dokumentarfilm Frankreich 2020 - Thema: Missbrauch - Wunden fürs Leben
Sonntag, 13.09.2020 01:55 Uhr
arte
Sonntag
13.09.2020
01:55 Uhr
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Bildquelle: Pressebild (ard2017)
Bildquelle: Pressebild (ard2017)

Der Filmemacher Pierre-Emmanuel Luneau-Daurignac recherchierte zwei Jahre lang in fünf Ländern und deckte Fälle von Kindesmissbrauch im Spitzensport auf, die nicht als Ausnahmeerscheinungen betrachtet werden können, sondern die Schieflage eines ganzen Systems deutlich machen. Sexuelle Übergriffe auf junge Athletinnen und Athleten sind längst keine Einzelfälle mehr.

In Frankeich erzählte die ehemalige Eiskunstläuferin Sarah Abitbol kürzlich, wie sie als Minderjährige von ihrem Trainer missbraucht wurde. In der Folge meldete sich eine Reihe weiterer Spitzensportlerinnen und -sportler zu Wort. Das Phänomen kennt keine Ländergrenzen: Die wöchentlich publik werdenden Fälle ereigneten sich in den USA, in England, Spanien, Deutschland, Brasilien oder Südkorea. Der Sportsektor - egal ob Amateur- oder Profisport, Einzel- oder Teamdisziplinen - vereint etliche Faktoren, die Missbrauchssituationen zu begünstigen scheinen: autoritäre Persönlichkeiten, Verherrlichung von Ausdauer und Leiden, männliche Dominanz, Körperkult, psychologische Einflussnahme, Entfremdung von den Eltern, Träume von Ruhm und Reichtum, finanzielle Interessen.

Die Studien sind sich einig: Jeder siebte minderjährige Nachwuchssportler, gleich welchen Geschlechts, soll Opfer von sexuellen Übergriffen oder Missbrauch geworden sein. Bereits 2009 machte er nach den Enthüllungen der Tennisspielerin Isabelle Demongeot mit einer Dokumentation auf das Phänomen aufmerksam. Ohne Sensationsdrang und in Interviews mit unmittelbar Betroffenen brachte er die uralten Mechanismen dieses tabubehafteten Milieus ans Tageslicht.

Für "Kindesmissbrauch im Spitzensport" spricht Luneau-Daurignac nun mit Leistungssportlern wie dem Fußballstar Paul Stewart, der bei Manchester City und Tottenham Hotspur spielte und im Alter von 10 bis 14 Jahren Opfer sexueller Übergriffe wurde. Auch die spanische Turnerin Gloria Viseras, die mit zwölf Jahren von ihrem Trainer missbraucht wurde, kommt zu Wort.

Neben den direkt Betroffenen zieht der Regisseur Experten aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien hinzu, die sich seit vielen Jahren mit dem Thema beschäftigen, darunter den Sportsoziologen Mike Hartill von der Edge Hill University, die Sportsoziologin Bettina Rulofs von der Deutschen Sporthochschule Köln, den Sportpsychologen Greg Décamps von der Universität in Bordeaux sowie Donald Findlater, den Vorsitzenden der britischen Lucy Faithfull Foundation. * Thema: Missbrauch - Wunden fürs Leben
Kirchen, Internate, Campingplätze - sexueller Missbrauch geschieht mitten in unserer Gesellschaft. Auch im Spitzensport werden zwischen der grenzenlosen Macht des Trainers und dem oft blinden Vertrauen der Eltern Kinder zu Opfern, wie die Investigation "Kindesmissbrauch im Spitzensport" dokumentiert: Jährlich sollen Millionen Kinder in Europa missbraucht werden.
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Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 13.09.2020 um 01:55 Uhr auf arte.

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Dokumentation/Reportage, Recht/Justiz, Sport