ESC zum Schließen · Enter zum Suchen

Gegen das System

Das Neue Forum und der Herbst 1989
Sonntag, 20.09.2020 09:15 Uhr
tagesschau24
Sonntag
20.09.2020
09:15 Uhr
Teilen:
Bildquelle: Pressebild (ard2017)
Bildquelle: Pressebild (ard2017)

Als sich im Mai 1989 in Ungarn erste Risse im Eisernen Vorhang auftun, wird die ohnehin schon große Ausreisewelle aus der DDR zu einer nicht mehr aufzuhaltenden Flut. Zehntausende stimmen in den folgenden Monaten mit den Füßen gegen die verordnete Friedhofsruhe im Land ab und flüchten über die nun offene ungarische Grenze in den Westen. Die dramatischen Fluchtbilder erreichen via Westmedien Abend für Abend auch Millionen im Land verbliebene Bürger.

Die wenigen bis dahin gegründeten Menschenrechtsgruppen, Umwelt- und Friedens- Initiativen erhalten immer mehr Zulauf. Es kommt zu Demonstrationen und zu öffentlichen Protesten, die von Seiten der Staatsmacht durch Volkspolizei und Staatssicherheit mit Gewalt beantwortet wird.

Als sich am 9. September 1989 im Haus des DDR-Dissidenten Robert Havemann in Grünheide bei Berlin Oppositionelle versammeln und das NEUE FORUM gründen, unterschreiben 30 von ihnen den Gründungsaufruf "Aufbruch 89. Neues Forum", unter ihnen Bärbel Bohley, Jens Reich, Rolf Henrich, Katja Havemann. Konstatiert wird darin ein tiefer Riss zwischen Staat und Gesellschaft, eine gestörte Beziehung, die das gesamte gesellschaftliche Leben lähmt.

Die Unterzeichner rufen zu einem demokratischen Dialog über die zukünftigen Aufgaben des Rechtsstaates auf, zu öffentlichen Diskussionen über Reformen in Wirtschaft und Kultur und berufen sich auf das in Artikel 29 der DDR-Verfassung festgeschriebene Grundrecht auf Anerkennung des Neuen Forums als Verein.

Doch der Staat sieht in der Bürgerbewegung einen Angriff auf die Grundfesten der sozialistischen Ordnung und lehnt eine Zulassung zunächst ab. Nach dem massenhaften Zulauf von Sympathisanten und zehntausenden Mitgliedern knickt der Staat schließlich ein. Am 9. November 1989 wird die Zulassung des Neuen Forum in einer Pressekonferenz verkündet. Es ist der Tag, an dem auch in Berlin die Mauer fällt.

Die Dokumentation von Hans Sparschuh und Rainer Burmeister erinnert mit vielen Zeitzeugen und teils noch unveröffentlichtem Filmmaterial an den Mut, die Zivilcourage und an das große Maß an Verantwortung, mit dem die Bürgerbewegung Neues Forum den gewaltfreien Übergang von der Diktatur zur Demokratie geebnet hat.
Film von Hans Sparschuh und Rainer Burmeister

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 20.09.2020 um 09:15 Uhr auf tagesschau24.

Livestream
Details
Audio-Format
stereo
Bild-Format
16:9
Farbe
farbe
Audio-Beschr.
nein
Hoerhilfe
ja
HDTV
nein
Logo-Event
nein
VPS
1600586100
Schlagwoerter
Dokumentation/Reportage, Geschichte, DDR, 30 Jahre Deutsche Einheit