Am 22. Juli 1950 verkündet Walter Ulbricht, das Gebiet der Schlossruine in Berlin (Ost) müsse zu dem großen Demonstrationsplatz werden, auf dem der Aufbauwille seines Volkes zum Ausdruck komme. Das Stadtschloss der Hohenzollern, imposanter Kasten Schlüterscher Baukunst, gilt als Inbegriff preußischen Junkertums. Von September bis Dezember 1950 dauern die Sprengungen, wird der Ort, an dem in der Weimarer Republik Arbeiterkundgebungen stattfanden und später die Nazis ihre Maiparade feierten, zu einem riesigen staatlichen Demonstrationsterrain vergrößert.
1972 dann leistet sich die DDR einen eigenen Palast. Auf den Fundamenten des Preußenschlosses entsteht ein Klotz aus Glas, Beton und Marmor: Sitz der Volkskammer, aber auch Ort für den Tanztee am Nachmittag und internationaler Kultur. 'Erichs Lampenladen', spotten die Berliner und gehen gerne hin. 1990 ist damit Schluss: Wegen Asbest geschlossen. Im vereinigten Deutschland stört der Palast der DDR, Abrisspläne sind zu hören und im Frühjahr 1994 verschwindet das im Westen so unbeliebte Relikt erst einmal hinter einer Attrappe des einstigen Stadtschlosses. Film von Gudrun Wolter
Thema: vor 70 Jahren: Sprengung Berliner Stadtschloss
Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 07.09.2020 um 02:02 Uhr auf tagesschau24.