

Lange regierte die Mafia auf Sizilien ungehindert. Das änderte sich in den 1970er-Jahren, als Letizia Battaglia als erste Fotojournalistin Italiens die brutalen Morde und den Einfluss der Mafia zu dokumentieren begann. Lange regierte die Mafia auf Sizilien ungehindert, ihre Verbrechen waren für die Welt unsichtbar. Das änderte sich erst in den 1970er-Jahren, als Letizia Battaglia als erste Fotojournalistin Italiens die brutalen Morde und den tiefgreifenden Einfluss der Mafia zu dokumentieren begann. Es ist von Anfang an eine gefährliche Mission. Die Schwarz-Weiß-Bilder zeigen von Kugeln durchbohrte Körper, schreiende Witwen, Krieg spielende Kinder. Ihre Aufnahmen, die sie für die kommunistische Tageszeitung L'Ora in Palermo machte, wirken zeitlos und haben bis heute nichts von ihrer Wirkung verloren. Als "fotografa militante" wird sie aktiv gegen die Cosa Nostra kämpfen; von 1985 bis 1996, zur Zeit der spektakulären Anti-Mafia-Prozesse der Untersuchungsrichter Giovanni Falcone und Paolo Borsellino, geht Battaglia als Grüne in die Politik. Mit "Shooting the Mafia" erzählt die preisgekrönte Filmemacherin Kim Longinotto, eine der namhaftesten britischen Dokumentarfilmerinnen, die Emanzipationsgeschichte einer politisch denkenden und handelnden Frau aus dem Süden Italiens, einer Gegend, die für viele Deutsche ein verklärtes Sehnsuchtsland ist.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 15.07.2020 um 22:45 Uhr auf BR.