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Freiheit mit Vorzelt

Camping trotz Corona
Dienstag, 07.07.2020 09:30 Uhr
phoenix
Dienstag
07.07.2020
09:30 Uhr
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Bildquelle: Pressebild (ard2017)
Bildquelle: Pressebild (ard2017)

Die Corona-Pandemie wirbelt Urlaubspläne von Millionen Menschen in Deutschland durcheinander. Nach Monaten des Lockdowns gibt es hierzulande endlich die ersehnten Lockerungen.

Die Campingplätze gehören zu den Ersten in der Tourismusbranche, die wieder Gäste empfangen dürfen. Die Betreiber werden von Buchungsanfragen überrollt. Nach Monaten der Beschränkungen sind viele Menschen urlaubsreif und sehnen sich nach einem Gefühl von Freiheit.

Mit der Öffnung der Campingplätze zeigt sich aber auch ein Zwiespalt zwischen Freude und Frust. Denn fast alles, was das Campen ausmacht und wofür so viele das Campen lieben, wird es im Sommer 2020 nur eingeschränkt geben: zusammen grillen und Bier trinken, zusammen Fußball gucken und die spontanen, feuchtfröhlichen Partys. Stattdessen gibt es auch hier strenge Auflagen, Verbote, Kontrollen und natürlich die Sorge, dass sich das Virus wieder stärker ausbreitet.

Auf dem Campingplatz "Via Claudia" im Allgäu herrscht an Pfingsten normalerweise schon seit Wochen Hochbetrieb. Doch 2020 ist alles anders. Der Platz ist leer, denn die Campingplätze in Bayern sind die letzten, die dieses Jahr wieder öffnen durften. Der Neustart ist nicht nur von den Campern lang ersehnt, sondern auch von Felicitas Weber. Die Betreiberin des Platzes ist angespannt. Seit Wochen sind ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit, der wirtschaftliche Schaden ist enorm. Wie wird der Anreisetag mit den strengen Hygienevorschriften laufen? Werden sich die Camper wirklich an die Regeln halten? Campingplatzbetreiberin Weber richtet sich auf Chaos ein und hofft, dass sie und ihr Team die Herausforderungen gestemmt bekommen.

Beim Nordseecamping Hooksiel herrscht schon seit Mitte Mai wieder Camping-Feeling. Der Wegfall des Ostergeschäfts bedeutet für die Campingplatzbetreiber circa 25 Prozent weniger Jahresumsatz. Und nicht nur das: In Niedersachsen gibt es die Auflage, dass der touristische Bereich nur zur Hälfte ausgelastet werden darf. Ob sie die Einbußen dieses Jahr aufholen können, ist noch unklar, vor allem da die Personal- und Reinigungskosten deutlich höher sind.

Doch Platzwart Ingo Kruse (58) bleibt optimistisch und freut sich, dass endlich wieder Leben auf seinem Platz herrscht, für den er seit zehn Jahren verantwortlich ist. Bei regelmäßigen Patrouillen schauen Platzwart Kruse und sein Team, ob die Camper die Corona-Verordnungen ernst nehmen oder über die Stränge schlagen bei ihrem Wunsch nach einem Stückchen Normalität in der heutigen Zeit.

Die Stimmung auf dem Campingplatz Berger in Köln ist gut. Der älteste Campingplatz Deutschlands darf laut der Bestimmungen des Landes Nordrhein-Westfalen seine Pforten wieder zur vollen Auslastung öffnen - zumindest in der Theorie. In der Praxis sind sich Benedikt Berger, Juniorchef in vierter Generation, und seine Familie noch nicht sicher, ob das Hygienekonzept und die Abstände wirklich eingehalten werden können. Denn gerade für die geselligen Rheinländer ist das Abstandsgebot ein hartes Los. Doch Juniorchef Berger glaubt, dass alles gut geht. Frei nach dem Kölner Motto: "Et hätt noch immer jot jejange".

Film von Sören Folkens

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 07.07.2020 um 09:30 Uhr auf phoenix.

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Schlagwoerter
Dokumentation/Reportage, Menschen im Alltag, Reisen, Coronavirus