Vereinzelte Spaziergänger flanieren durch die verlassenen Gässchen unterhalb der Prager Burg, Liebespärchen genießen die abendliche Ruhe auf der Karlsbrücke. Ein Prager Frühlingsabend wie aus dem Bilderbuch - in einer Stadt, die es so eigentlich nicht geben sollte.
Wo derzeit idyllische Ruhe herrscht, haben sich noch vor wenigen Monaten Touristenmassen an grellen Souvenirgeschäften und überteuerten Restaurants vorbeigedrängt. Acht Millionen Besucher waren es allein im vergangenen Jahr.
Das Coronavirus hat der Stadt nun eine Zwangsauszeit verordnet. Ausländische Touristen dürfen nicht einreisen. Viele Menschen, die vom Tourismus leben, fürchten um ihre Existenz. Selbst Brauereien, die das berühmte tschechische "Pivo" herstellen, finden nicht genug Abnehmer und müssen ihr Bier wegschütten.
Doch die Krise hat auch ungeahnte Effekte. Das Leben in einer der beliebtesten Touristenmetropolen Europas ist für die Einheimischen plötzlich wieder erschwinglich. Egal ob an der Karlsbrücke, am Altstädter Ring oder auf dem Hradschin - die Preise sinken, selbst die Mieten in der Innenstadt sind nun bezahlbar.
Die Bewohner der Goldenen Stadt erobern ihre Stadt zurück. So hat man Prag lange nicht mehr gesehen. Ein Film von Danko Handrick
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 14.06.2020 um 14:55 Uhr auf MDR.