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China, Trump und Corona

Die WHO zwischen den Fronten
Donnerstag, 25.06.2020 16:00 Uhr
phoenix
Donnerstag
25.06.2020
16:00 Uhr
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Bildquelle: Pressebild (ard2017)
Bildquelle: Pressebild (ard2017)

Schon lange hat US-Präsident Trump darauf hingewiesen, dass für ihn die WHO die Verantwortung an der Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 trage. Sie habe dem Druck Chinas nachgegeben und die Welt zu spät vor einer drohenden Pandemie gewarnt. Vielen gilt die WHO in der Krise als Stimme der Vernunft. Doch auch wohlwollende Kritiker werfen der Weltgesundheitsorganisation vor, bei der Verbreitung des Coronavirus nicht schnell genug gehandelt zu haben.

Im November 2019 wird in der chinesischen Stadt Wuhan zum ersten Mal das Virus mit dem späteren Namen SARS-CoV-2 bei einem Menschen nachgewiesen. Am 31. Dezember 2019 beschließt Taiwan, dass Reisende aus Wuhan bei Ihrer Ankunft auf Symptome überprüft werden müssen. Die WHO erklärt erst am 30. Januar 2020 den globalen Gesundheitsnotstand, spricht jedoch keine Reisewarnungen aus. Am 11. März 2020 erst klassifiziert die Weltgesundheitsorganisation die Verbreitung des Virus als Pandemie. Wir fragen nach den Ursachen dieses Zögerns: Stand die WHO unter dem Druck Chinas, das aus wirtschaftlichen Überlegungen die Gefahr zu lange vertuschte und auch die WHO täuschte? Hat die Weltgesundheitsorganisation bei SARS-CoV-2 versagt?

Ein Rückblick ins Jahr 2003 zeigt, dass China schon einmal versuchte, die Gefahr einer weltweiten SARS-Epidemie herunterzuspielen. Doch damals handelte die WHO unter ihrer damaligen Chefin Gro Harlem Brundtland entschlossen und drängte China zur Kooperation. Eine weltweite Ausbreitung der Seuche konnte damals verhindert werden.

Heute wie damals wandert die WHO auf schmalem Grat. Geht sie auf Konfrontation zu einer Weltmacht wie China, riskiert sie, dass die Regierung keine Unterstützung mehr bei der Bekämpfung des Virus leistet. Doch auch die USA setzten die Weltgesundheitsorganisation unter Druck. Präsident Trump benutzt sie als willkommenen Sündenbock, um von eigenen Fehlern im Umgang mit der Corona-Pandemie abzulenken. Christian Buckard und Daniel Guthmann recherchierten, warum die WHO in Sachen Corona so spät aktiv wurde. Dazu sprachen sie mit Insidern der Weltgesundheitsorganisation und mit Experten. Und sie zeigen, wie wichtig es für die weitere Bekämpfung des Coronavirus ist, dass die Staatengemeinschaft der WHO den Rücken stärkt und ihr durch ausreichende Geldmittel zu mehr Unabhängigkeit verhilft.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 25.06.2020 um 16:00 Uhr auf phoenix.

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Schlagwoerter
Dokumentation/Reportage, Coronavirus, China, USA, Politik