

Lange galt folgende Arbeitsteilung als Mantra der Wirtschaft: Die Industriestaaten produzieren Hightech, die Schwellenländer übernehmen die Produktion der einfacheren Vorprodukte. Die Lieferketten wurden immer länger, und Lagerkosten sparte man sich durch Just-in-time-Anlieferung. So verschränkt wie die Weltwirtschaft heute ist, so verletzlich hat sie sich seit Mitte März 2020 gezeigt. "Die Coronakrise wird die Deglobalisierung rasant beschleunigen", prognostiziert die Wirtschaftsexpertin Dalia Marin von der Ludwig-Maximilians-Universität München.
Die Firma medika Medizintechnik aus dem bayerischen Hof, einer der größten Händler für Medizinprodukte, vertreibt Atemschutzmasken, die vor allem in China produziert werden, wo ihre Herstellung nur wenige Cent kostet. Diese Fixierung auf niedrige Kosten erwies sich in der Krise, als die Produktion größtenteils zum Erliegen gekommen war, als äußerst nachteilig.
Das Unternehmen Dräxlmaier, ein Zulieferer der Autoindustrie mit 60 Standorten in 20 Ländern, musste im Zuge der Coronakrise - parallel zum Produktionsstopp in den großen Fabriken der Automobilhersteller - fast alle Standorte schließen. Mittlerweile wird die Produktion wieder hochgefahren und daran gearbeitet, dass die Lieferketten weltweit wieder funktionieren.
"planet e. pandemie", die sechsteilige Sonderausgabe der ZDF-Umwelt-Doku-Reihe, beleuchtet Auswirkungen und Hintergründe der Coronakrise. Die ZDF-Umwelt-Doku-Reihe "planet e." hatte in den ersten vier "planet e. pandemie"-Sendungen über die fieberhafte Suche nach dem Impfstoff und den Handel mit exotischen Wildtieren berichtet sowie darüber, wie die Tierwelt sich verändert und wie die Umwelt profitiert - diese Dokus stehen in der ZDFmediathek zur Verfügung.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 17.06.2020 um 18:00 Uhr auf phoenix.