Die Sendung blickt diesmal zurück in eine Zeit, in der die Wiener Beisl- und Lokalszene am Aufblühen war, in die 1980er Jahre. Manche sprachen damals sogar von einem Wiener Beislwunder. In Wien, einer grauen Stadt am Eisernen Vorhang, entstand plötzlich eine neue vibrierende Kunst- und Lokalszene. Hier fand die brave Studentin aus den Bundesländern genauso ihr Platzerl wie der aufstrebende junge Medienkünstler. Urgesteine der Avantgarde gaben sich in Designerlokalen, Bars oder beim Szenefriseur ein Stelldichein mit Newcomern der Kunstszene. Man traf auf Künstler wie Martin Kippenberger, Falco oder Moderschöpfer Helmut Lang. In Musik- und Theaterlokalen feierten New Wave und Kleinkunst fröhlich Urstände. So manchen Anrainer verstöre das bunte Treiben, berichtet das ORF-Jugendmagazin "Ohne Maulkorb" 1986. Auch Bürgermeister Helmut Zilk, selbst ein nicht gerader leiser Anhänger der lokalen Beislkultur, äußerte sich (äußerst salomonisch) über die ersten Verwerfungen eines für Wien noch ungewohnt lebhaften Nachtlebens. Im März 1981 trat in Wien auch eine Gruppe Jugendlicher lautstark auf den Plan, die auf schicke Selbstdarstellung pfiff. Der sogenannte "Erste Wiener Jugendkrawall" verstörte Medien und Pädagogen, und das ORF-Magazin "Politik am Freitag" berichtete über die Punk- und Hausbesetzerszene in Wien.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 07.06.2020 um 13:05 Uhr auf ORF 2.