

Wenn sich morgens die Sonne über die Gipfel der Rocky Mountains erhebt, ahnt man, warum die Ureinwohner dem Land den Namen Idaho gaben. Er bedeutet so viel wie: das Licht, das von den Bergen kommt. Der Snake River durchzieht das Land über 1700 Kilometer lang wie eine Lebensader. Und mit den Shoshone Falls stürzt er nahe der Ortschaft Twin Falls 63 Meter in die Tiefe.
Die Menschen des Landes fühlen sich mit dem Snake River und seinen Zuflüssen tief verbunden. Daher bezeichnen sie Idaho auch als das Land der vielen Wasser. Für Biologen wie Kurtis Plaster ist es das Land der Lachse. Wenn die Fische im Spätsommer vom Pazifik über den Snake River in den Redfish Lake zurückkehren, um zu laichen, haben sie eine Wanderung von über 900 Meilen hinter sich. Ihr Bestand ist durch Staudämme, Wehre, schwankende Wasserstände und -temperaturen stark gefährdet. Ein Zuchtprogramm soll dafür sorgen, dass sich der Rotlachs wieder verstärkt in den Gewässern ansiedelt.
Auch das Leben von Roger Nelson spielt sich am Snake River ab. Er schürft in dessen Fluten nach Gold und Silber. Die Edelmetalle lockten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Tausende Glücksritter ins Land. Daran erinnert noch heute die Geisterstadt Silver City, wo das Ehepaar Nelson ein nostalgisches Hotel betreibt. Rogers Großvater hatte das Haus erworben. Er stammte aus Deutschland wie viele Schürfer damals. Bis heute haben 45 Prozent der Einwohner Idahos deutsche Wurzeln.
Idaho besitzt viele Namen wie: das Land der Edelsteine. Oder einfach: der Kartoffelstaat. Farmer James Hoff verdient mit Kartoffeln seinen Lebensunterhalt. Genau wie seine Vorfahren. Seine Felder sind so weitläufig, dass er sie mit einer alten Boeing Stearman, die früher als militärische Übungsmaschine diente, kontrolliert. Und Idaho ist auch ein Land der Farmer. Viele leben von der Schafzucht oder züchten Pferde, wie der Stamm der Nez Perce. Ihre Appaloosas sind die einzige Pferderasse, die je von Indianern gezüchtet wurde. Rosa Yearout und ihr Mann John haben sich als erfolgreiche Züchter einen Namen gemacht.
J. Michael Schumacher hat den ehemals "Wilden Westen" bereist. In seinem Film zeigt er beeindruckende Bilder der unterschiedlichsten Landschaften und stellt Menschen vor, die viele alte Traditionen bewahrt haben. Und manche haben sie sogar mit neuem Leben erfüllt.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 26.05.2020 um 14:25 Uhr auf WDR.