Mit seinen 400 Räumen ist Chambord das größte der französischen Loire - Schlösser. 1519 wurde mit dem Bau begonnen. Der junge, ungestüme König Franz I. errichtete dort eine letzte, großartige Kulisse des Rittertums, die bereits damals als Anachronismus empfunden wurde. Chambord gilt im Verzicht auf Verteidigungsanlagen und in seiner Anlehnung an die italienische Renaissance als Ideal des französischen Schlossbaus im 16. Jahrhundert. Franz I. verbrachte dort nur wenige Tage seiner immerhin 40-jährigen Regierungszeit. Chambord war weder Wohnort noch Regierungssitz. Chambord war immer eine Ikone des Absolutismus. Im Mittelpunkt des Schlosses ist eine Doppelwendeltreppe, deren Konzeption vermutlich auf Leonardo da Vinci zurückgeht, den Franz I. 1516 nach Frankreich holte. Auf dieser Treppe kann man auf- und abgehen, ohne dass man einander sieht. Sie ist geschaffen für die Geheimnisse der Liebe. Als Symbol für den Aufstieg zur Zentralmacht ist die Treppe ein Denkmal der absoluten Monarchie und macht Chambord zu einem Tempel der Könige.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 16.05.2020 um 02:05 Uhr auf tagesschau24.