

Ruhe, genug Platz, weit weg von der Hektik der Stadt - das lieben viele am Leben auf dem Land. Die Kehrseite: Lange Strecken, wenig Möglichkeiten zum Einkaufen und Ausgehen. Im Dorf muss man sich also etwas einfallen lassen, um auch für Jüngere als Wohnort attraktiv zu bleiben.
WDR-Autorin Stephanie Bürger hat sich aufgemacht nach Müsen - einem 2.400-Seelen Dorf im Siegerland. Hier wird das aktive Dorfleben großgeschrieben und jede Gelegenheit zum Feiern genutzt. Zum Beispiel beim Hafenfest - zu dem regelmäßig mehrere Tausend Besucher kommen, obwohl es in Müsen gar keinen Hafen gibt. Stattdessen kurven die Gäste im Boot durchs Freibad - was der Stimmung keinen Abbruch tut.
Mehrere Monate hat das Filmteam immer wieder am Dorfleben teilgenommen - und dabei erlebt, was die Müsener an ihrem Dorf und der Gemeinschaft schätzen. So wie Rainer Zipp Fränzen. Den Künstler verschlug es eher aus Zufall nach Müsen. Für einen Euro hat er ein denkmalgeschütztes Haus in der Dorfmitte erstanden. Doch bevor er dort ein Kulturzentrum samt Escape-Room einrichten kann, muss er den alten Kasten erst einmal von Grund auf sanieren. Seit Freiwillige aus dem Dorf mit anpacken, sieht er wieder Licht am Ende des Tunnels.
Natürlich gibt es auch Probleme im Dorf: Nach und nach haben fast alle Läden zu gemacht. Auch die fast 80jährige Anneliese Höfer muss nach 60 Jahren ihre Bäckerei schließen, weil kein Nachfolger gefunden wurde. Aber bevor die Müsener auf ihre Brötchen verzichten müssen, haben sie schon eine kreative Lösung für das Problem gefunden.
Von der Liebe zum Dorf und seinen Menschen erzählt die Dokumentation "Landleben - Geschichten aus Müsen im Siegerland".
Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 08.05.2020 um 20:15 Uhr auf WDR.