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Avocado - Umweltkiller Superfood

Film von Matthias Ebert
Samstag, 25.04.2020 14:15 Uhr
SWR
Samstag
25.04.2020
14:15 Uhr
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Bildquelle: Pressebild (ard2017)
Bildquelle: Pressebild (ard2017)

Die Avocado gilt in Europa als "Superfood" und hat wegen ihres Nährstoffreichtums ein durchweg positiv besetztes Image. Prominente veröffentlichen Avocado-Kochbücher, und bei Veganern gilt die Frucht seit Jahren als umweltbewusste Alternative zu Fleisch.

Doch in Chile, einem der weltweiten Hauptanbaugebiete, sind mit der Avocado Wassermangel verbunden, Menschenrechtsvergehen und eine unökologische Logistikkette. In der Provinz Petorca werden seit jeher Avocados angepflanzt. Zunächst von Kleinbauern, doch seit dem weltweiten Avocado-Boom in den neunziger Jahren stieg die Produktion schlagartig an. Seitdem beherrschen Großgrundbesitzer den Avocado-Markt in Petorca und benötigen dafür jede Menge Wasser. Für ein Kilogramm, also drei Avocados, werden bis zu tausend Liter Wasser verbraucht - ein Vielfaches mehr als für ein Kilogramm Tomaten oder Kartoffeln.

Die Region leidet unter akutem Wassermangel. Der Klimawandel verschärft diesen noch. Die Flussbetten sind seit Jahren vertrocknet, Tanklastwagen bringen Trinkwasser zu notleidenden Familien - während nebenan auf den Agrargroßbetrieben Tausende Hektar Avocado-Haine mit künstlichen Staubecken bewässert werden. Rodrigo Mundaca hat die NGO Modatima gegründet. Er kämpft für das von der UNO garantierte Recht auf Wasser, dem sich auch Chile verpflichtet hat. Eine Untersuchung aus der Luft hatte im Jahr 2012 ergeben, dass durch 64 Pipelines unterirdisch Flusswasser abgezweigt wurde - offenbar, um Avocdo-Felder zu bewässern.

Seit die Aktivisten von Modatima ihre Kritik öffentlich äußern, bekommen sie Morddrohungen. Und: In Chile ist Wasser seit der Pinochet-Diktatur 1981 ein Wirtschaftsgut und de facto in Privatbesitz. Wer am meisten bietet, bekommt Wasserlizenzen, meist sogar auf Lebenszeit - auch wenn dies womöglich drastische Konsequenzen für das Ökosystem haben kann. Hinzu kommt eine miserable Ökobilanz der Avocado. Auf Frachtschiffen wird sie klimatisiert und gepolstert nach Europa transportiert. Danach reifen die Früchte in einer Fabrik in Rotterdam, wo das "Superfood" essfertig für deutsche Supermärkte behandelt wird. "Europa will sich gesund ernähren - auf unserem Rücken", sagt Mundaca.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 25.04.2020 um 14:15 Uhr auf SWR.

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Dokumentation/Reportage, Ernährung, Umweltfragen/Klima