

1978 fanden binnen weniger Wochen zwei Papstwahlen statt. Joseph Ratzinger war kaum ein Jahr zuvor zum Kardinal erhoben worden und nahm an beiden Konklaven teil. Die Weichenstellung, die das Kollegium der Kardinäle in der Sixtinischen Kapelle vornahm, wirkt sich bis heute aus: Man könnte die jüngste Geschichte der katholischen Kirche unter den Päpsten Wojtyla und Ratzinger auch als die "mitteleuropäische Ära" des Papsttums bezeichnen.
Als Papst Paul VI. im August 1978 starb, gab es nur wenige Kardinäle, die sich vorstellen konnten, einen Nichtitaliener zum nächsten Papst zu wählen. Schon am ersten Tag einigte sich das Konklave auf den Patriarchen von Venedig, Albino Luciani. Nur 33 Tage später war er tot - zerbrochen unter der Last einer Aufgabe, die über seine Kräfte ging. Wieder kamen die Kardinäle in Rom zusammen. Wieder begannen sie ihre Suche nach dem geeigneten Kandidaten in Italien. Nach einer unruhigen Nacht vollzog sich die Wende. Drei Wahlgänge später, am Nachmittag des 16. Oktober 1978, war Karol Wojtyla Papst. Warum gerade er?
Martin Posselt rekonstruiert, wie es zur sensationellen Wahl des polnischen Papstes kam. Er befragte Zeitzeugen und entdeckte wertvolles Filmmaterial in Fernseharchiven.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 18.04.2020 um 20:15 Uhr auf ARD alpha.