

Mehr Frauen als Männer berichten heute aus Krisengebieten. Manche kommen an Orte, die Männern verwehrt sind. Der Film stellt Frauen vor, deren Kriegsfotos in den letzten 100 Jahren um die Welt gingen und immer noch gehen. Die französische Kriegsfotografin Christine Spengler (geboren 1945) ist eine der wenigen, die den Krieg scheinbar unversehrt überstanden haben. In der Dokumentation von Sigrid Faltin ordnet sie die Fotos berühmter Kolleginnen ein und berichtet über das Leben als Fotografin an Brennpunkten, das sie nach Vietnam, Afghanistan, in den Iran und den Tschad geführt hat.
Alice Schalek (1874 - 1956) aus Wien gilt als die erste Frau, die an der Front fotografierte. Als Berichterstatterin für die Neue Freie Presse machte sie Fotos von österreichischen Soldaten im Ersten Weltkrieg, Bilder, die heute statisch und gestellt wirken. Damals hat die Tatsache, dass eine Frau solche Fotos machte, selbst progressive Männer wie Karl Kraus entsetzt.
Im Spanischen Bürgerkrieg machte sich Gerda Taro (1910 - 1937) einen Namen. Die Jüdin und Sozialistin aus Stuttgart war die Lebensgefährtin des legendären Magnum-Fotografen Robert Capa. Beide dokumentierten den Krieg auf der Seite der Republikaner, Gerda Taro wurde dabei von einem deutschen Panzer überfahren. Sie war 26 Jahre alt und die erste Fotografin, die Opfer ihrer Arbeit wurde. Lange war sie vergessen, jetzt haben neuere Forschungen ergeben, dass viele Fotos, die Capa zugeordnet waren, von ihr stammen.
Sieben Jahr nach Taros Tod zog eine Amerikanerin mit der Kamera gegen die Deutschen zu Felde. Lee Miller. Erst wurde sie berühmt als Model und Muse von Man Ray und Jean Cocteau, später mit ihren Fotos vom Kriegsende in Deutschland. Das Bild von Lee Miller in Hitlers Badewanne ist legendär.
Camille Lepage starb zu jung, um Geschichte zu schreiben. Die Französin dokumentierte die Gräuel im Bürgerkrieg von Zentralafrika, die selbst die UNO aufschreckten. Ihre Mission bezahlte sie mit dem Leben. Französische Soldaten fanden die Leiche der 24-Jährigen im Kampfgebiet. 08.03.2017 SWR/SR
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 08.03.2020 um 09:45 Uhr auf SWR.