

Politik und Gesellschaft blicken aus unterschiedlichen Perspektiven auf den Niedriglohnsektor: Für die einen ist er ein Grundstein für den wirtschaftlichen Erfolg und eine gute Einstiegsmöglichkeit für Geringqualifizierte. Andere sprechen von moderner Lohnsklaverei. Der Mindestlohn sollte eigentlich dafür sorgen, dass sich Arbeit für Menschen lohnt, doch es gibt Schlupflöcher - zum Beispiel in der Paketbranche. Dort gehört es laut Gewerkschaftern zum Geschäft, dass die Fahrer mehrere Stunden täglich umsonst arbeiten - aus Angst, den schlecht bezahlten Job zu verlieren. Auch im Baugewerbe gibt es Lohndumping und Missbrauch. Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit, eine Einheit des deutschen Zolls, hat die Aufgabe, die schwarzen Schafe zu finden, die weniger als den gesetzlichen Mindestlohn bezahlen. Die Zollbeamten haben auch die sogenannten Arbeiterstriche im Visier - Treffpunkte, die man in nahezu allen deutschen Großstädten findet und an denen vorwiegend südosteuropäische Arbeitsmigranten auf Arbeitgeber warten, die ihnen Tagelöhner-Jobs anbieten.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 10.03.2020 um 16:00 Uhr auf phoenix.