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Tristia

Eine Schwarzmeer-Odyssee
Donnerstag, 13.02.2020 00:55 Uhr
arte
Donnerstag
13.02.2020
00:55 Uhr
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Bildquelle: Pressebild (ard2017)
Bildquelle: Pressebild (ard2017)

Stanislaw Mucha macht sich auf eine erstaunliche und muntere Reise, die über 5.000 Kilometer an der Schwarzmeerküste entlangführt. Zwischen Krim und Kaukasus, türkischer Nordküste und Donaudelta erstrecken sich Landschaften, deren Zauber und Zerstörtheit gleichermaßen einmalig sind. Der Dokumentarfilm fängt die Kollision von mythischen Bildern, in denen die Zeit stehengeblieben scheint, mit dem rasanten, multikulturellen Wandel von postkommunistischen Ideen zu kapitalistischen Versuchungen ein.

Vor Mucha und seinem Filmteam liegen sechs oder vielmehr sieben Länder - sieben, weil es ein Land offiziell nicht gibt: Abchasien. Nach der Ukraine und Russland kommt Abchasien, zwischen Russland und Georgien versteckt, dann Georgien, die Türkei, Bulgarien und Rumänien. All diese Länder begrenzen das große Binnenmeer, das auch die Mutter der Meere genannt wird.

Das Schwarze Meer ist das Meer der Widersprüche: Hier treffen Orient und Okzident, Zivilisation und Barbarei, Kriegsschauplatz und Ferienort aufeinander, Prunk steht neben Beschaulichkeit, Salz- trifft auf Süßwasser. Seit jeher ist diese Region Bühne der Weltgeschichte und wird von Konflikten erschüttert, jüngst erneut von den Bluttaten auf der Krim. Die Menschen sind mit unzähligen Glücksversprechen gesegnet und werden immer wieder von Enttäuschungen gebeutelt.

Das Schwarze Meer, einst von Poeten als das gastliche oder das Glück schenkende Meer bezeichnet, in der Bibel als Blutmeer tituliert, fristete zuletzt ein Dasein im toten Winkel der Weltpolitik als Grenzregion, die touristisch nur in Ansätzen erschlossen war. Nach einem fünfzigjährigen Dornröschenschlaf, bewacht von Grenzern und Sperranlagen der Weltmächte, schrillt nun der Wecker des ungezügelten Kapitalismus.

Die Schwarzmeerregion ist eine Landschaft der europäischen Zukunft: voller Energie und voll menschlichem Verlangen nach Freiheit und Wohlstand. Vieles wird bei diesem Aufbruch zerstört und unspektakulär untergehen, das macht den unterhaltsamen, witzigen und manchmal exotischen Dokumentarfilm zu einem unwiederbringlichen Zeitdokument in der Phase des Umbruchs. Ein Film von Stanislaw Mucha

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 13.02.2020 um 00:55 Uhr auf arte.

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16:9
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1581551700
Schlagwoerter
Dokumentation/Reportage, Ukraine, Russland, Georgien, Türkei, Bulgarien, Rumänien, Land/Leute
Alternative Ausstrahlungstermine
13.02.2020 00:55arte24.11.2016 23:40arte