

Über Billie Holiday, eine der größten Jazz Sängerinnen des vorigen Jahrhunderts, existieren unendlich viele Mythen und Legenden. Meist wird sie als tragisches Opfer von Drogen, Alkohol, Männern, ihrer Hautfarbe, der Gesellschaft oder den Umständen ihres Aufwachsens dargestellt. Teilweise hat sie selbst stark zu der Legendenbildung beigetragen, vor allem in ihrer Autobiografie "Lady sings the Blues", teilweise haben es Menschen aus ihrem direkten Umfeld getan.
In den vergangenen Jahren sind immer mehr Aufzeichnungen und Berichte über sie aufgetaucht, vieles von Menschen erzählt, die Billie Holiday in ihren verschiedenen Lebensphasen begleitet haben. Diese Aussagen der Vertrauten, Bekannten und Freunde räumen mit vielen der Legenden auf und zeigen eine starke Persönlichkeit, die alles andere als ein bemitleidenswertes Opfer gewesen ist. Billie Holiday war eine willensstarke und sehr vielschichtige Persönlichkeit, die keineswegs dem klassischen Opfertypus entsprach.
Die Dokumentation will einige zentrale Aussagen der Menschen, die Billie kannten, als Basis nehmen, um ein Gefühl für das Wesen von Billie Holiday, ihrer Musik und ihrem Leben entstehen zu lassen. Zu Wort kommen außerdem die Jazzsängerinnen Cassandra Wilson, die aktuell ein Billie-Holiday-Tribute-Album veröffentlicht hat, und Dee Dee Bridgewater, die Billie Holiday in dem Musical "Lady Day" am Broadway verkörperte, außerdem die Autorin Julia Blackburn, die in ihrem Buch "With Billie" einige wichtige und interessante Aussagen von Wegbegleitern zusammengetragen hat, und der renommierte Jazz-Journalist, Jazz-Historiker und ehemalige Herausgeber des Jazz-Magazins "Downbeat", Dan Morgenstern.
"Ihre Stimme war die Stimme lebendiger Intensität der Seele (im wahren Sinn dieses missbrauchten Wortes). Als Mensch war sie süß, sauer, zart, gemein, großzügig, profan, liebenswert und unmöglich", sagte der Schrifsteller Leonard Feather über Billie Holiday. Dokumentation Deutschland 2014
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 12.01.2020 um 06:35 Uhr auf HR.