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Eine Welt zerbricht

Der Augsburger Reichstag 1530 und die Folgen - Erzählt von Udo Wachtveitl
Montag, 06.01.2020 09:15 Uhr
HR
Montag
06.01.2020
09:15 Uhr
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Im Mai 1530 wird es eng in Augsburg. Rund zehntausend Besucher mit mehr als zehntausend Pferden müssen beherbergt und verpflegt werden, eine organisatorische wie logistische Herausforderung allerersten Ranges. Der Kaiser hat zum Reichstag in die Stadt geladen, um mit den Fürsten und Ständen des Reiches die drängendsten Fragen der Zeit zu beraten. In wenigen Monaten wird sich die Welt verändern. In diesem Sommer treffen in Augsburg in ultimativer Konfrontation zwei scheinbar unversöhnliche Weltdeutungen aufeinander: die Macht des Glaubens und der Glaube an die Macht. Beide haben jedoch ihren gemeinsamen Ursprung in einem dramatischen Bewusstseins- und Mentalitätswandel dieser Zeit, den Humanismus und Renaissance hervorbringen.

Der absolute Herrschaftsanspruch Kaiser Karls V., der eigene Ziele verfolgt und doch zugleich Richter sein will, stößt auf den Freiheitswillen der protestierenden Fürsten, die sich dabei vor allem auf ihr Gewissen berufen. Martin Luther, der das Ringen in Augsburg fernab von der Veste Coburg aus verfolgen muss, will durch Ratschläge und Anweisungen den Lauf der Ereignisse dennoch mitbestimmen. Er ist immer weniger bereit, um der Einheit Willen Zugeständnisse zu machen. Aus dem anfänglichen Bemühen, die Einheit des abendländischen Christentums bewahren zu wollen, wächst in diesem Sommer die Gewissheit, dass weder der Wille noch die Möglichkeit hierzu gegeben sind. Die protestantischen Fürsten reisen ab, das Projekt, die Einheit der Christenheit zu bewahren, ist gescheitert. Herrschaft und Glauben werden, von Augsburg ausgehend, für fast dreihundert Jahre neu definiert. Im Augsburg des Sommers 1530 wird Weltgeschichte geschrieben. Presenter Udo Wachtveitl geht auf Spurensuche an die Schauplätze dieses dramatischen Ringens, das die Welt verändert hat. Er deckt die Motive der Akteure auf und zeigt, warum das Doppelspiel Kaiser Karls V. scheitern musste und warum die protestantischen Fürsten sich letztlich gegen die Einheit der Christenheit entscheiden mussten. Ein Dokumentarbericht von Steffi Illinger

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 06.01.2020 um 09:15 Uhr auf HR.

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Dokumentation/Reportage, Geschichte
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06.01.2020 09:15HR31.10.2017 22:45BR