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Teheran extrem - Subkultur im Gottesstaat

40 min Frankreich 2018 Samstag, 04.01.2020 08:15 Uhr
ZDFinfo
Samstag
04.01.2020
08:15 Uhr
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Bildquelle: Pressebild (zdfPresse)
Bildquelle: Pressebild (zdfPresse)

Der Name ist Legende, das Projekt gigantisch: Chinas "neue Seidenstraße" umfasst 65 Länder und fast zwei Drittel der Weltbevölkerung. Es geht um Infrastruktur, Absatzmärkte und - Macht. Die Autoren Normen Odenthal und Thomas Reichart reisen auf dem See- und dem Landweg entlang der neuen Seidenstraße und zeigen, wie China mit dem größten Investitionsprogramm der Geschichte seinen Einfluss weltweit ausdehnt. Bereits 900 Milliarden Dollar haben die Chinesen investiert. Sie versprechen den Menschen entlang der neuen Seidenstraße, die in Wirklichkeit ein ganzes Netzwerk über Asien und Teile Europas spannt, Arbeit und Wohlstand. Werden diese Versprechen eingelöst? Antworten auf diese Frage suchen die Reporter auf ihrer Reise: ob an einem Güterzug-Terminal in der kasachischen Steppe, in einer Jurte in den kirgisischen Bergen, in Sri Lanka oder am Duisburger Hafen. Die Autoren reisen auf zwei Wegen Richtung Westen: Normen Odenthal folgt der Seeroute, entlang derer China Stützpunkte ausbaut, während Thomas Reichart auf dem Landweg der alten Seidenstraße durch Zentralasien folgt. Auf ihrer Reise entdecken sie überwältigende Landschaften, magische Orte und uralte Karawansereien, an denen der Mythos der alten Seidenstraße nach wie vor weiterlebt. Gleichzeitig begegnet ihnen auf Megabaustellen und riesigen Güterumschlagplätzen Chinas neuer, machtvoller Einfluss. Überall hoffen Menschen darauf, dass Handel und Austausch der Güter ihnen und ihren Kindern eine bessere Zukunft bringt. Genauso wie vor Hunderten von Jahren die alte Seidenstraße. Doch viele erleben bereits jetzt, dass für das, was China als Entwicklungshilfe verkauft, ein Preis zu zahlen ist. Teil 1: Von China nach Pakistan Die Reise beginnt in Shenzhen, am Perlflussdelta. Hier begann vor vierzig Jahren Chinas sagenhafter Aufstieg zur Wirtschaftssupermacht. Das Experiment mit den entfesselten Kräften privater Marktwirtschaft ließ Shenzhen zu einer Megametropole heranwachsen. Normen Odenthals Team fährt von hier aus auf einem Containerschiff Richtung Südostasien. Erste Station: die Hafenstadt Sihanoukville in Kambodscha. In diesen Tagen macht ein Scherz die Runde: Man könne jetzt ohne Pass nach China reisen, ohne das eigene Land zu verlassen. Denn Sihanoukville sei jetzt quasi China! Galgenhumor gegenüber einer Entwicklung, die vielen Kambodschanern missfällt. Fast alles, was in jüngster Vergangenheit hier gebaut wurde, haben Chinesen finanziert: den Ausbau des Hafens, neue Straßen, Brücken und Fabriken. Und nicht zuletzt neue Casinos mit glitzernden Fassaden, in denen vor allem chinesische Gäste zocken bis zum Morgengrauen. Viele Kambodschaner fühlen sich als Verlierer des China-Booms. Steigende Preise und Mieten machen die Armen noch ärmer. Für Land- und Hausbesitzer dagegen sind goldene Zeiten angebrochen. Die Chinesen - so scheint es - zahlen jeden Preis. Reporter Thomas Reichart reist auf dem Landweg Richtung Osten. Seine erste Station: Dunhuang. Für die chinesischen Touristen ist die ehemalige Handelsstadt an der Seidenstraße eine Zeitreise in eine glorreiche Vergangenheit, als China schon einmal Weltmacht und dem Westen in vielem weit überlegen war. Und ein Freizeitspaß: Auf Kamelen, Jeeps und Quads, im Helikopter oder Motorsegler erobern Zehntausende die gewaltigen Sanddünen und gleichen so einer endlosen Kamelkarawane. China verkauft seine neue Seidenstraße als ein Projekt, von dem alle Seiten profitieren. Doch in Myanmar formiert sich bereits Widerstand. In Kachin haben Einheimische erfolgreich gegen ein Staudammprojekt protestiert: "Wie kann es sein, dass die Chinesen bei uns Energie für China produzieren, während wir selbst in unseren Hütten keinen Strom haben?", klagen sie im Gespräch mit Normen Odenthal. Während Odenthals Team dem Seeweg Richtung Sri Lanka folgt, ist Reichart unterwegs auf dem Karakorum Highway. Er führt von Kashgar in China über das Dach der Welt bis nach Islamabad in Pakistan und ist eine der schwierigsten und gefährlichsten Straßen der Welt.

Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 04.01.2020 um 08:15 Uhr auf ZDFinfo.