Werner Mazurek (66) soll ein Mädchen entführt haben. Es starb dabei. Das Urteil: lebenslange Haft. Benedikt Toth (41) soll aus Geldgier seine Tante auf brutalste Weise erschlagen haben. Das Urteil: lebenslange Haft. Seit zehn Jahren sitzt er in der JVA Straubing. Eine vorzeitige Entlassung nach 15 Jahren ist bei Benedikt Toth wegen festgestellter Schwere der Schuld unmöglich.
1981, bei der Entführung der zehnjährigen Ursula Herrmann, die dabei qualvoll in einer Kiste erstickte, fand sich die mysteriöse DNA-Spur "J 73.03.3" an einer Schraube dieser Kiste. 2006 wird in München die Parkhausbesitzerin Charlotte Böhringer ermordet. An einem Glas in ihrer Spülmaschine findet sich die gleiche DNA, auch am Knauf einer Kommode.
Auf keinen der beiden Männer, weder auf Mazurek noch auf Toth, passt die ungeklärte DNA. Es wird auch geprüft, ob diese Spuren vielleicht erst am Tatort durch einen der Ermittler entstanden sind. Das Ergebnis ist negativ. Was also hat es mit dieser DNA auf sich?
Recht oder Unrecht?
Beide Verdächtigen werden in einem Indizienprozess als Täter verurteilt, obwohl sie von Anfang an das Gleiche sagen: "Ich war es nicht!" Vor Gericht hilft ihnen das nicht. Fehlurteil oder Justizirrtum? Den Lügendetektor-Test, dem sich beide nach der Verurteilung stellten, haben sie mit Bravour bestanden - eine Methode, die jedoch in deutschen Strafverfahren noch immer nicht anerkannt ist. Film von Gunther Scholz
Thementag: Schicksalsmomente
Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 03.01.2020 um 13:00 Uhr auf phoenix.