Das Rehkitz liegt nach der Geburt bewegungslos im hohen Gras und ist damit perfekt vor Feinden getarnt. Aber genau diese Tarnung wird ihm auch zum Verhängnis. Wenn der Kreiselmäher mit seinen rotierenden Messern kommt, werden die Tiere in der Regel nicht gleich getötet, sondern verenden qualvoll. Und genau das will der engagierte Naturschützer Frank Demke mit seinen Freunden und Kolleginnen von der Wildtierhilfe in Dolgen verhindern. Zwei ferngesteuerte Minihelikopter überfliegen die kurz vor dem Schnitt stehenden Wiesen und entdecken die Kitze. Die grösste Gefahr ist jedoch, die Kitze zu berühren, weil die Ricke sie dann später eventuell nicht mehr annehmen könnte. Deshalb schlüpfen die Männer in mit Gras präparierte Spezialanzüge und bringen die Tiere in ebenfalls mit Gras gepolsterten Kartons in Sicherheit oder schützen sie mit Schirmen vor dem Mäher. Die Bilder des Minihelikopters aus 30 Meter Höhe können von den Wildtierhelfenden auf dem Monitor beobachtet werden. Nur so lassen sich die gut verstekten Kitze finden. Obwohl Frank Demke ehrenamtlich arbeitet und die Rettungsaktion kostenlos für die Bauern ist, weigern sich die meisten, sein Angebot anzunehmen. Allein die Umfahrung der Schutzschirme kostet den Landwirt schon zu viel Zeit. "Solange in der Öffentlichkeit diese alljährliche Tierquälerei nicht wahrgenommen wird, bleiben die Bauern bei dieser Haltung", so die Aussage von Frank Demke. Bauern in Dummerstorf und in Sabel haben ihn jedoch um Hilfe gebeten. Dort wird er dieses Jahr auf den großen Wiesen versuchen, so viele Rehkitze wie möglich vor dem grausamen Tod zu bewahren. Dabei bleibt ihm nicht viel Zeit - Kitzrettung im Akkord. Seine Hoffnung ist, auf diesen Flächen etwa 200 Kitze am Leben zu erhalten. Das hätte nach seiner festen Überzeugung dann schon eine Signalwirkung.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 19.12.2019 um 10:30 Uhr auf SRF 1.