

Hoch im Norden überzuckert Frost das Land, schon fällt der erste Schnee und taucht die Welt in feierliche Stille - für viele bedeutet die Weihnachtszeit eine Zeit der Ruhe, selbst für Pflanzen und Tiere... oder doch nicht? Auf Südhalbkugel sieht die Welt zur Weihnachtszeit ganz anders aus. Während sich die Sonne im Norden rarmacht und außer Dunkelheit vielerorts auch noch Eiseskälte herrscht, befindet man sich südlich des Äquators im Hochsommer.
Zur Weihnachtszeit sollte man sich in den nordamerikanischen Badlands warm anziehen: Der Wind treibt Schnee- und Eiskristalle über die kargen Ebenen South-Dakotas. Gegen die Kälte schützt Bisons ihr dichtes Fell, der Winter bedeutet für sie dennoch eine harte Zeit. Sie müssen die letzten Gräser unter der Schneedecke ausgraben, um den gröbsten Hunger zu stillen. Auch die Bisons im Yellowstone Nationalpark versinken teils metertief im Schnee - doch ihnen bietet ihre Heimat ein kleines "Wellness-Programm" zur Erholung: Der Park ist berühmt für seine heißen Quellen und Geysire, von denen auch die Wildtiere profitieren. Rund um Weihnachten nehmen die Bisons im Yellowstone gerne mal ein Dampfbad.
An den Seitenarmen des Amazonas ist zur Weihnachtszeit Sommer - Geschenke gibt es dennoch, darum kümmern sich die leuchtend gelben Schwefelfaltermännchen. Am Ufer treffen sich die Falter zu Tausenden und trinken das mineralienreiche Wasser- nicht nur, um ihren Durst zu stillen. Die meiste Flüssigkeit scheiden sie rasch wieder aus, nur die wertvollen Salze behalten sie im Körper. Sie werden den weiblichen Faltern als "Hochzeitsgeschenk" übergeben, vermutlich entwickeln sich die Eier dank der Mineralien besser.
Erstsendung in SWR/SR: 25.12.2018
Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 24.12.2019 um 15:15 Uhr auf SR.