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Der zündende Funke

Die Geschichte des Feuerwerks
Samstag, 28.12.2019 09:00 Uhr
phoenix
Samstag
28.12.2019
09:00 Uhr
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Bildquelle: Pressebild (ard2017)
Bildquelle: Pressebild (ard2017)

Sie schlug Krieger in die Flucht, imponierte Königen und machte einige wenige zu Helden: die Pyrotechnik. Doch welches Geheimnis steckt hinter der jahrtausendealten Faszination für Feuerwerk? Der zündende Funke nimmt uns mit ins alte China, wo ein weiser Mönch mit Bambusrohren experimentiert und den ersten Böller der Weltgeschichte erfindet, und zu mittelalterlichen Büchsenmeistern, die lernen, wie Sprengstoff sich beherrschen lässt - und hübsche Funken produziert.

In szenischen Bildern entführt uns die Dokumentation ins London des Jahres 1749, wo ein Streit zwischen italienischen und britischen Feuerwerkern im Desaster endet: Sogar die von Händel eigens komponierte Feuerwerksmusik kann die Aufführung nicht mehr retten. Sie führt auch nach Versailles, wo der französische König dringend eine Eingebung braucht, um seine Feste etwas repräsentativer zu gestalten. Ludwig XV. holt eine begabte Feuerwerksfamilie aus Bologna an seinen Hof - und setzt damit eine Erfolgsgeschichte in Gang, die bis heute anhält.

Die fünf Brüder Ruggieri geben ihr außerordentliches Talent von Generation zu Generation weiter. Zur Hochzeit von Napoleon ist es ein Ruggieri, der das erste grüne Feuerwerk in Europa zeigt. Claude Ruggieri erzürnt im 19. Jahrhundert die Pariser Behörden, weil er mit einer selbstgebauten Rakete einen kleinen Jungen in den Himmel befördern will. Salvador Dali entwickelt 1975 zusammen mit den Ruggieris eine Feuerwerksperformance zwischen Kunst und Spektakel.

Das Erbe der einstigen Feuerwerksfamilie wird bis heute hochgehalten bei dem Team aus Pyrotechnikern, das vier Tage vor dem 14. Juli in Carcassonne mit dem Aufbau beginnt. Zum Nationalfeiertag soll die Burg des mittelalterlichen Städtchens Funken aus Farbe in den Himmel tragen - zwei Tonnen pyrotechnisches Material verkabeln die Feuerwerksleute in den wenigen Tagen, die ihnen bleiben, bis Hunderttausende Besucher zum größten Spektakel des Jahres in die Stadt kommen.

Doch Feuerwerk hat auch eine düstere Seite: als Kriegshandwerk. 1232 verwenden die Chinesen im Kampf gegen die Mongolen zum ersten Mal Raketen und jagen ihren Gegnern damit einen gehörigen Schrecken ein. Bis heute ist die Entwicklung der Pyrotechnik bedeutend für das Militär.

Wie gefährlich Feuerwerk sein kann, zeigen die Arbeitsbedingungen in den Feuerwerksfabriken von Liu Yang in China. Liu Yang ist die Hauptstadt des Feuerwerks: Nirgendwo werden mehr Raketen, Böller und Bomben hergestellt. Nach wie vor setzen die Arbeiter sie mit der Hand zusammen - eine maschinelle Verarbeitung wäre zu gefährlich.

Die dokumentarische Begleitung der Fabrikarbeiter in China und des Feuerwerks von Carcassonne zeigt, welche wichtige Rolle die Pyrotechnik nach wie vor heute spielt. Doch ebenso haucht "Der zündende Funke" mit liebevoll gestalteten Zeichentrickaufnahmen und historischen Szenen der Geschichte des Feuerwerks neues Leben ein - und kommt dabei dem Geheimnis dieser jahrtausendealten Faszination auf die Spur. Film von Stefan Schneider und Tamar Baumgarten-Noort

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 28.12.2019 um 09:00 Uhr auf phoenix.