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Deutschland-Saga (3/6)

Wovon wir schwärmen
Samstag, 21.12.2019 02:15 Uhr
phoenix
Samstag
21.12.2019
02:15 Uhr
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Bildquelle: Pressebild (ard2017)
Bildquelle: Pressebild (ard2017)

Im 25. Jubiläumsjahr der Wiedervereinigung erzählt die sechsteilige "Deutschland-Saga" die Geschichte unseres Landes. Professor Christopher Clark ("Die Schlafwandler"), gebürtiger Australier und Historiker an der Universität Cambridge, begibt sich in einem nostalgischen VW Käfer Cabriolet auf den Weg durch die Epochen. Der Experte für deutsche Geschichte ist leidenschaftlich an der Frage interessiert, wie die Menschen hierzulande wurden, wie sie sind. Die Zuschauer werden an die symbolträchtigsten Orte geführt, erleben weltverändernde Leistungen und lernen jene Eigenheiten kennen, die unser Bild auch heute noch im Ausland prägen.

Warum haben Wälder, Ritterburgen, Märchen, Mythen und Sagen eine so große Bedeutung im Reigen der Befindlichkeiten, die man den Deutschen immer wieder zuschreibt? Warum nehmen Dra­men wie das Nibelungenlied einen so hohen Rang in der kultu­rellen Selbstwahrnehmung ein? In der dritten Folge der Deutsch­land-Saga macht sich Christopher Clark auf die Suche danach, was Deutsche zum Schwärmen bringt.

Auf der Gefühlsskala rangiert der Wald ganz oben. Diese Vorliebe hat eine lange Tradition. Schon der römische Geschichtsschreiber Tacitus beschrieb "Germanien" als ein Land unendlicher Wälder. Eigenartig wirkte auf die Römer, dass es keine Tempelbauten gab, vielmehr Haine und Bäume, die als Heiligtümer verehrt wurden. Tatsächlich haben sich die Deutschen ihre innige Beziehung zu den Pflanzenriesen bewahrt. Eng verbunden mit dem Wald sind viele deutsche Märchen, wie etwa Hänsel und Gretel oder Rotkäppchen und der Wolf. Sie und andere Figuren entstammen der "Kinder- und Hausmärchen" der Gebrüder Grimm, die - gleich nach der Lutherbibel - das weltweit meistverbreitete Buch der deutschen Kulturgeschichte sind. Die Welt der Märchen hat das Bild Deutschlands bis heute geprägt.

Christopher Clarks Reise führt auch am Rhein entlang. Schon zu Zeiten der Römer war dieser Fluss die große Verbindungsachse in Europa. Kaufleute, Pilger und auch Kriegsheere nutzten den prominenten Wasserweg. Doch bis jemand fragte "Warum ist es am Rhein so schön?", sollte es noch eine Weile dauern. Die Romantik machte den Rhein zum Mythos. Heinrich Heines Loreley-Lied brachte es zu einer Art deutscher Hymne. Die Dich­ter jener Epoche schwärmten für ursprüngliche Landschaften, sahen in der beginnenden Industrialisierung und Verstädterung eine Gefahr, warfen dem modernen Zeitalter vor, die Welt allein unter dem Aspekt der Nützlichkeit und Verwertbarkeit zu be­trachten. Eine Denktradition, die bis ins Heute reicht. Ein Film von Sebastian Scherrer und Gero von Böhm

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 21.12.2019 um 02:15 Uhr auf phoenix.

Details
Audio-Format
stereo
Bild-Format
16:9
Farbe
farbe
Audio-Beschr.
nein
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Schlagwoerter
Dokumentation/Reportage, Deutschland, Geschichte