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betrifft: Betreuer. Wer hilft, wenn nichts mehr geht?

Mittwoch, 27.11.2019 20:15 Uhr
SWR
Mittwoch
27.11.2019
20:15 Uhr
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Bildquelle: Pressebild (ard2017)
Bildquelle: Pressebild (ard2017)

Es kann jeden treffen: Eine eintretende Demenz, eine psychische oder seelische Erkrankung, und schon läuft der Alltag aus dem Ruder. Wer keine nahen Angehörigen hat, für den setzen die Amtsgerichte Profis ein, sogenannte Berufsbetreuer. Sie regeln die Finanzen, organisieren Arztbesuche und Pflegedienste, und sie bestimmen, ob Betreute im Heim oder in den eigenen vier Wänden leben. Doch für die anspruchsvolle Arbeit bleibt vielen zu wenig Zeit.

Bernd Seifriz-Geiger vom Verein für Betreuung in Esslingen kümmert sich im Auftrag des Amtsgerichts um kranke und alte Menschen, die ihren Alltag allein nicht bewältigen können. "Wenn ich das erste Mal zu den Hilfsbedürftigen nach Hause komme, dann sind viele verängstigt. Manche würden mich am liebsten gar nicht in ihre Wohnung lassen", sagt der studierte Sozialarbeiter und Betriebswirt.

Der 53-Jährige hat Verständnis für solche Reaktionen. Denn per Gerichtsbeschluss managt er quasi von heute auf morgen wichtige Bereiche im Leben dieser Menschen. Er hat Zugriff auf ihre Konten, bespricht sich mit Ärzt*innen und er kann darüber bestimmen, wo die Betreuten leben.

Einer seiner Schützlinge ist ein ehemaliger Pfarrer aus Esslingen. Der 72-Jährige litt unter Depressionen, musste eine schwere Operation über sich ergehen lassen - seine Wohnung verwahrloste immer mehr, Post und Rechnungen blieben ungeöffnet. Für den erfahrenen Betreuer eine typische Situation. Gern hätte Bernd Seifriz-Geiger für solche Menschen mehr Zeit. Doch das Betreuungssystem lässt das oft nicht zu, bezahlt wird in geringen Pauschalen. Betreuer*innen, die zu wenige Klienten haben, kommen kaum über die Runden.

"betrifft"-Autorin Nicole Würth hat zwei Berufsbetreuer bei ihrer Arbeit begleitet. Sie hat kranke und alte Menschen besucht, die dankbar sind, und solche, die ihr altes Leben wieder zurückwollen - ohne Betreuer. Außerdem geht der Film der Frage nach, ob sich in der Branche viele schwarze Schafe tummeln, die die Hilfsbedürftigen in Not schamlos ausnutzen.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 27.11.2019 um 20:15 Uhr auf SWR.

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Schlagwoerter
Dokumentation/Reportage, Soziale Arbeit, Menschen im Alltag