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Ein Kölner Baron auf Schatzsuche

Die Orient-Abenteuer des Max von Oppenheim
Dienstag, 29.10.2019 02:45 Uhr
phoenix
Dienstag
29.10.2019
02:45 Uhr
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Bildquelle: Pressebild (ard2017)
Bildquelle: Pressebild (ard2017)

Es ist die Geschichte einer spektakulären Entdeckung, die der WDR in einer neuen Dokumentations-Reihe über Abenteurer aus NRW erzählt: Max von Oppenheim findet mitten in der Wüste tonnenschwere Steinfiguren: Basalt-Sphinxe und rätselhafte "Skorpionvogelmänner". Unter dem Hügel "Tell Halaf" liegt ein Palast aus biblischer Zeit begraben. Ein Jahrhundertfund.

Ursprünglich sollte Max von Oppenheim die Geschäfte der familieneigenen Bank übernehmen - doch ihn interessieren der Orient, die Forschung und das Abenteuer. Er lernt Arabisch, studiert bei Beduinen die Sitten und Bräuche des Orients und wird schließlich Attaché am deutschen Generalkonsulat in Kairo, wo er eine Villa mit Gärtner, Dienern und einem Harem bezieht. Er nimmt sich nach islamischer Sitte "Frauen auf Zeit" und veranstaltet Feste wie aus Tausendundeiner Nacht.

Als Gastgeber genießt er einen legendären Ruf - doch seine diplomatischen Erfolge sind spärlich. Der Zufall führt ihn auf die Spur der seltsamen Steinfiguren an der türkisch-syrischen Grenze und Oppenheim lässt sich auf das Abenteuer seines Lebens ein. Er trotzt Räubern, der mörderischen Hitze und gräbt mit Hilfe von Archäologen die biblische Stadt "Gozan" mit einer gigantischen Tempelanlage aus. Neben der Grabung errichtet er eine luxuriöse Unterkunft mit Telefon und Teppichen, lässt Fachinger Wasser importieren und am Ostersonntag Kaviar und Kotelett servieren.

Der Erste Weltkrieg unterbricht das archäologische Großprojekt und Oppenheim versucht, wieder zurück im diplomatischen Dienst, die Araber gegen die feindlichen Engländer und Franzosen aufzuwiegeln. Doch der Plan misslingt. Deutschland verliert den Krieg und Oppenheim sein Vermögen. Aber er sammelt erneut Geld und schafft es tatsächlich, einen Teil seiner Funde nach Deutschland zu bringen. Doch im Zweiten Weltkrieg zerstört eine alliierte Phosphorbombe die Statuen aus dem Morgenland. Vom Lebenswerk Oppenheims bleiben 27.000 zum Teil nur daumengroße Bruchstücke im Keller des Pergamon-Museums übrig. Doch auch diese Katastrophe lässt Oppenheim nicht verzweifeln. "Kopf hoch, Mut hoch und Humor hoch!" war sein Lebens-Motto.

Max von Oppenheim stirbt 1946. Ein halbes Jahrhundert später sind in einer beispiellosen Puzzlearbeit 30 Statuen wieder auferstanden - das Vermächtnis eines unerschrockenen Abenteurers. Film von Jens Nicolai

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 29.10.2019 um 02:45 Uhr auf phoenix.

Details
Audio-Format
stereo
Bild-Format
16:9
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Audio-Beschr.
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Schlagwoerter
Wissenschaft/Forschung, Dokumentation/Reportage, Porträt/Biografie, Geschichte, Alte Kulturen