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Das Wunder vom Kleinen Aralsee

Film von Rita Knobel-Ulrich
Mittwoch, 02.10.2019 10:25 Uhr
HR
Mittwoch
02.10.2019
10:25 Uhr
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Bildquelle: Pressebild (ard2017)
Bildquelle: Pressebild (ard2017)

Er war das Symbol für eine der größten menschengemachten Umweltkatastrophen des vergangenen Jahrhunderts: der Aralsee. Nachdem seine Hauptzuflüsse, der Syrdarja und Amudarja, zur Bewässerung des "weißen Goldes" auf die Baumwollfelder Usbekistans und für die Landwirtschaft Kasachstans umgeleitet worden waren, trocknete der einst viertgrößte Binnensee der Erde von 1960 an dramatisch aus. Der See verlandete, nur wenig mehr als zehn Prozent seiner Wassermenge blieb übrig. Er zerfiel in mehrere Teile, den Großen und den Kleinen Aralsee. Fischerdörfer befanden sich auf einmal kilometerweit entfernt vom Ufer, viele Familien zogen weg. Die Bilder von Kuttern, die wie gestrandete Wale auf dem Sand liegen, gingen um die Welt, als beredtes Zeugnis menschlicher Hybris.
Dann geschah ein kleines Wunder. Etwa seit 2005 verhindert der Kok-Aral-Staudamm am Kleinen Aralsee das Versickern des Wassers in der Steppe. Was der Syrdarja nun in den See einspeist, lässt seinen Wasserspiegel permanent ansteigen. Vor dem Staudamm lag die ehemalige Hafenstadt Aralsk 150 Kilometer vom See entfernt, inzwischen sind es noch etwa 20 Kilometer.
Und mit dem Wasser kommen auch die Menschen wieder. "Als der See verschwand, fühlten wir uns inmitten der Steppe wie in einer Bratpfanne", erinnern sich die Fischer. "Jetzt, da der See zurückkehrt, spürt man manchmal schon eine angenehme kühle Brise." Ihr ganzes Leben hat sich geändert, seit der See zurück ist, erzählen sie. Schon ihre Väter und Großväter waren Fischer, sie aber mussten notgedrungen in die Stadt gehen und auf dem Bau arbeiten. Doch als sie hörten, das Wasser sei zurückgekommen, überlegten sie nicht lange. "Wo Fisch ist, ist auch Leben", sagen sie. Aber dieses Wunder gilt nur für den Kleinen Aralsee, für den größeren Teil in Usbekistan ist keine Rettung in Sicht.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 02.10.2019 um 10:25 Uhr auf HR.

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Schlagwoerter
Dokumentation/Reportage, Natur, Menschen im Alltag, Umweltfragen/Klima