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Point Alpha - Der heißeste Punkt des Kalten Krieges

Donnerstag, 03.10.2019 08:00 Uhr
MDR
Donnerstag
03.10.2019
08:00 Uhr
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Ein Film von Dirk Schneider
Die Vernichtung Deutschlands in einem Atomkrieg - sie hätte hier begonnen, im Südwesten Thüringens, an der Grenze zu Hessen, nahe der Stadt Geisa. Point Alpha ist einer der authentischsten Erinnerungsorte des Kalten Krieges. Dieser eigentlich kleine Beobachtungspunkt der U.S. Army in der Rhön, im sogenannten "Fulda Gap", wäre im 3. Weltkrieg Schauplatz der ersten vernichtenden Schlacht zwischen NATO und Warschauer Pakt geworden. Taktische Atomwaffen inklusive. Gelegen an der hochgerüsteten innerdeutschen Grenze, mit Minenstreifen, Selbstschussanlagen und Sperrgebiet.
Diesen Ort würde es ohne den Thüringer Berthold Dücker nicht mehr geben. Er flüchtete als 16-Jähriger wenige Jahre nach dem Mauerbau, 1964, von hier aus in den Westen. Journalist zu werden, sein Traumberuf, dass konnte er sich in der DDR nicht vorstellen. Berthold Dücker wird im Westen Journalist, recherchiert über den US-Stützpunkt "Point Alpha", macht Karriere. Als ihn nach dem Mauerfall die Anfrage erreicht, Chefredakteur einer der neuen Zeitungen in Südthüringen zu werden, sagt er begeistert zu. In dieser Zeit erlebt er mit, dass "Point Alpha" von der hessischen Landesregierung abgerissen - und das Gelände renaturiert werden soll. Berthold Dücker protestiert - und wird zum Begründer der Aufklärungs-, Dokumentations- und Erinnerungsstätte "Point Alpha". Der junge Freistaat Thüringen unterstützt ihn damals, das Land Hessen nicht.
Ost und West, in Gegensätzen vereint, an kaum einem anderen Ort ist das so wie hier. Bis heute. Heute kommen 88 Prozent der Schüler, die sich "Point Alpha" und das Grenzmuseum anschauen, aus Hessen. 12 Prozent aus Thüringen. Der Film geht auf Spurensuche im nahen, thüringischen Vacha. Warum ist das so? Am Gymnasium Vacha lehrt Beate Dittmar. Sie stammt wie Berthold Dücker aus Geisa, ist aber in der DDR geblieben. Heute ist sie Lehrerin und engagiert sich stark für "Point Alpha". Berthold Dücker trifft Schüler, die geboren wurden, als die DDR schon zehn Jahre Geschichte war - und deren Familien und Biografien doch noch stark von dieser Zeit geprägt sind. Was erzählt uns dieser Ort heute, vor allem jungen Menschen in Ost und West?

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 03.10.2019 um 08:00 Uhr auf MDR.

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Schlagwoerter
Dokumentation/Reportage, Geschichte, Deutschland, 30 Jahre Mauerfall