

Juni 2012. Zwei Tage nach ihrem 50. Geburtstag fällt Jeanette K. plötzlich in Ohnmacht. Als sie im Krankenhaus erwacht, ist nichts mehr wie zuvor. Sie hat alles vergessen, was bisher in ihrem Leben geschehen ist. Alles gelöscht. Selbst ihr Sohn ist für sie ein Fremder. Ihren eigenen Namen erfährt sie von den Ärzten. Bald steht die Diagnose fest: Amnesie.
Eine rastlose Suche nach der Vergangenheit beginnt. Bekannte, Freunde, Familie - alle Menschen, die um sie sind, muss sie neu kennenlernen.
Nicht nur ihre eigene Lebensgeschichte hat sie vergessen, auch viele Fakten. Weiß nichts von der DDR, in der sie fast dreißig Jahre lebte. Ihre Englischkenntnisse sind nur noch bruchstückhaft. Für ihren Beruf als Klinikreferentin fehlt ihr jegliches Wissen. Doch das Leben geht weiter. Sie muss den Alltag bewältigen. Ihr Arbeitgeber kündigt, die Krankengeldzahlung endet. Sie landet in Hartz IV und ist auf Lebensmittelspenden von der Berliner Tafel angewiesen.
Ihre Freundin Katharina beschreibt die erste Begegnung mit Jeanette so: "Es hat mich entsetzt. Sie hat ja jetzt so massive Probleme: keine Freunde mehr, keine Familie, keine Vergangenheit, keine Arbeit, kein Geld, kein Zuhause. Das ist das volle Paket, das kann man ja gar nicht aushalten."
Jeanette K. fehlt die Erinnerung und damit ihre Identität. Aber liegt in dem Fluch der Amnesie vielleicht auch ein Segen, in der Krise eine Chance? Ganz frei von Erinnerungen das neue Leben gestalten und das tun, was man wirklich möchte? Der Film begleitet Jeanette K. auf der Suche nach sich selbst. Film von Adama Ulrich aus der Reihe "Selbstbestimmt! Die Reportage"
Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 02.09.2019 um 03:30 Uhr auf MDR.