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Für Goebbels an der Kamera

Film von Steffen Jindra
Sonntag, 01.09.2019 23:10 Uhr
MDR
Sonntag
01.09.2019
23:10 Uhr
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Bildquelle: Pressebild (ard2017)
Bildquelle: Pressebild (ard2017)

Zwei brennende Fragen lassen Gotthard Schnabel nicht los. Hat sein Vater Erich im Warschauer Ghetto im Auftrag von Joseph Goebbels gefilmt? Und war er, wie Dresdner Zeitzeugen berichten, tatsächlich einer der schlimmsten Nazis der Stadt?

1944, spätabends im Wohnzimmer der Familie Schnabel in Dresden. Durch den Türspalt sieht der achtjährige Gotthard einen Film, den sein Vater im Warschauer Ghetto gedreht hat - heimlich, im Auftrag von Joseph Goebbels und getarnt als Jude - so die Familienüberlieferung. Die Bilder von den Leichen, die aus dem Fenster auf die Straße geworfen werden, lassen den Jungen nie wieder los.

Für Gotthard Schnabel ist der Vater kein Nazi - im Gegenteil, er war "ein begnadeter Lehrer, der 1938 aus politischen Gründen aus dem Schuldienst entlassen wurde."  Filmen und Fotografieren waren seine Leidenschaft. Dieses Bild gerät ins Wanken, als Gotthard Schnabel 2002 ein Buch mit seinen Erinnerungen an Dresden veröffentlicht. Plötzlich melden sich aufgebrachte Dresdner, die Schnabel Senior als besonders strammen, verhassten Nazi schildern, der "jeden angezeigt" und schon vor 1933 für die NSDAP gearbeitet habe.

Gotthard Schnabel schmerzt, was er hören muss. Zugleich wird ihm bewusst, wie wenig er über seinen Vater weiß. Schnabel Junior - inzwischen selbst fast 80 Jahre alt - beschließt, auf Spurensuche zu gehen. MDR Dok

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 01.09.2019 um 23:10 Uhr auf MDR.

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Schlagwoerter
Dokumentation/Reportage, NS-Zeit und Folgen, Porträt/Biografie, 1939 - Kriegsbeginn, Geschichte
Alternative Ausstrahlungstermine
01.09.2019 23:10MDR