Kreativ und zukunftsorientiert zeigen sich die französischen Baskinnen und Basken, obwohl die alten Traditionen noch immer eine große Rolle spielen. Für die junge Generation ist das kein Widerspruch. Sie will die Region mit Tatkraft und Ideen stärken, weil sie ihre Heimat liebt und auch hier leben will. So ist der südwestlichste Zipfel Frankreichs inzwischen eine Region mit Vorbildcharakter.
Nur ein Sechstel des Baskenlandes liegt in Frankreich. Doch ist die Gegend zwischen dem Atlantik und den Ausläufern der Pyrenäen voller Kontraste. Die Küste lebt von ihrer mondänen Vergangenheit - vor allem Biarritz. Der Ururenkel eines der ersten Strandfotografen träumt sich im Grand-Hotel in eine Zeit, als die gekrönten Häupter Europas die Stadt als Sommerresidenz wählten und das Baden im Meer als gesundheitsfördernd entdeckten. Während direkt daneben, in Angelt, ein Profi-Surfer das Lebensgefühl von heute schildert. Zwei Jungunternehmerinnen nutzen die Hafenkulisse von St.-Jean-de-Luz als Laufsteg für ihre flippigen Espadrilles. Von Bayonne aus, der Hauptstadt des französischen Baskenlandes, trägt eine Pop-Sängerin die baskische Sprache in die ganze Welt und dirigiert zuhause mit Leidenschaft einen traditionellen Männerchor. Ursprünglich und vom Tourismus wenig berührt wirkt das grüne Hinterland. In den letzten Jahren hat es sich zu einem Schlaraffenland der modernen regionalen Küche entwickelt und exportiert seine nachhaltigen Agrarprodukte inzwischen bis nach Japan, sei es den Kintoa-Schinken oder den Piment d'Espelette. Die kleine Region steht in puncto Lebensqualität ganz oben.
Der Film von SWR Autorin Ute Hoffarth zeigt, wie es die Baskinnen und Basken in Frankreich verstehen, aus der eigenen Tradition das Potential für Kreativität und erfolgreiche Wirtschaftskonzepte zu ziehen.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 02.09.2019 um 06:00 Uhr auf SR.