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Unsere Wälder - Das Rothaargebirge im Herbst

Hohlwege, heilige Quellen und ein verbranntes Dorf
Montag, 02.09.2019 02:20 Uhr
WDR
Montag
02.09.2019
02:20 Uhr
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Unsere Wälder sind Lebensraum für Menschen und Tiere. Sie sind zugleich eine Kulturlandschaft, entstanden durch menschliche Eingriffe, sie sind ein Wirtschaftsraum, denn Holz ist eine begehrte Ware. Und sie sind Orte der Schönheit und geheimnisvoller Geschichten, verklärt in alten Erzählungen.

Die Wälder des Rothaargebirges, wenige Kilometer östlich von Siegen, sind das größte zusammenhängende Waldgebiet in Nordrhein-Westfalen. Tiefe Einschnitte im Waldboden, aufgelassene Erzgruben, geheimnisvolle Moore - und sehr viel Wasser. Schon seit Jahrhunderten haben die Menschen hier den Wald genutzt. In den uralten sogenannten Haubergen wurde Holz geschlagen, Eichenrinde für Gerbereien geschält und sogar Getreide angebaut.

Diethard Altrogge ist seit über 40 Jahren Förster im Rothaargebirge. Wie kein anderer kennt er die Region und seinen Wald. Jetzt im Herbst ist sein Revier besonders schön. Schon im September liegen die Nebel tief in den Tälern. Der Wald wirkt wie verzaubert. Die Moore hier waren schon immer Ursprung für Mythen und Erzählungen, in denen Realität und Traum verschwimmen.

Tradition und Moderne ergänzen sich im Rothaargebirge: Motorsäge und Rückepferd. Die Pferde werden eingesetzt, wenn die Hänge für Maschinen zu steil sind. Und steile Hänge gibt es reichlich.

Diethard Altrogge ist jemand, der immer wieder aneckt, wenn es um das Wohl seines Waldes geht. Als er die Bundeswehr zu Hilfe ruft, um Löcher für Teiche und Tümpel zu sprengen, glauben selbst Umweltschützer nicht daran, dass so etwas Erfolg haben könnte. Heute sind diese von Menschen gesprengten Landschaften die Heimat seltener Vögel, Insekten und Amphibien.

Das Siegerland war eine wirtschaftliche Macht, lange vor dem Aufstieg des Ruhrgebiets. Der Wald lieferte Energie: Holz und Holzkohle. Im Boden lagern Erze. Überall im Rothaargebirge finden sich Spuren der früheren Besiedlung. Untergegangene Dörfer, die dem Talsperrenbau weichen mussten, oder die Überreste des mittelalterlichen Bergbaus in der Region. Geblieben sind vor allem Abraumhalden und uralte Stollen mitten im Wald. Hier forschen Archäologen. Was sie gefunden haben, lässt darauf schließen, dass die Bergbausiedlungen des Mittelalters durch verheerende Feuer untergegangen sein müssen.

Das Rothaargebirge ist gerade im Herbst eine faszinierende Waldlandschaft, voller Schönheit, voller Überraschungen, voller Geschichte. Erlebt an der Seite von Förster Diethard Altrogge. Ein Film von Thomas Förster

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 02.09.2019 um 02:20 Uhr auf WDR.

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Dokumentation/Reportage, Natur