Jenseits von Hollywood - Das Kino des Otto Preminger

Quelle: ARD-Pressebild

Eckhart Schmidt zeichnet das aufregende Künstlerleben des Österreichers Otto Preminger (1906-1986), der mit Filmen wie "Der Mann mit dem goldenen Arm", "Exodus", "Anatomie eines Mordes" und "Bonjour Tristesse" Filmgeschichte geschrieben hat und als einer der ersten Starregisseure unabhängig vom Hollywood-Geld seine Filme produzierte. Das Porträt wird durch Kommentare u. a. von der Schauspielerin Kim Novak, Erzählungen der Tochter Victoria und Ausschnitten aus seinen wichtigsten Filmen ergänzt.


Otto Preminger gehört zu den erfolgreichsten und zu den meistumstrittenen Regisseuren Hollywoods. Abgesehen von seinen Film-noir-Anfängen wie "Laura" hat er sich seine Filme zwar stets von den Hollywood-Studios finanzieren lassen, doch seine wichtigsten Arbeiten entstanden unabhängig jenseits von Hollywood und ohne "Hollywood"-Geld.

Sein unerschrockener Kampf gegen die Zensur begann mit "Wolken sind überall" und setzte sich mit "Der Mann mit dem goldenen Arm" fort, den ersten radikalen Film über Drogenkonsum. Wenn er kein Freigabe-Siegel erhielt, brachte er seine Filme kurz entschlossen auf eigene Faust in die Kinos und führte sie zum Erfolg. Er war auch der erste, der den mit dem McCarthy-Bann belegten Dalton Trumbo in "Exodus" ganz offiziell und unerschrocken als Autor benannte.

Preminger ging in seinen Film immer bis an die Grenze, er provozierte das politische System und definierte die Spielregeln nach seinen unnachgiebigen Überzeugungen: "Sturm über Washington" ist der wohl mutigste Film über das Funktionieren der amerikanischen Demokratie, "Anatomie eines Mordes" geht dem Gerichtssystem auf den Grund, "Der Kardinal" illustriert das Verhalten der Kirche in der Zeit des Nationalsozialismus und des Südstaaten-Konflikts, "Erster Sieg" ist eine gnadenlose Bestandsaufnahme militärischer Borniertheit, "Exodus" handelt von der Geburt Israels und provozierte Israelis und Araber gleichermaßen, "Bonjour Tristesse" ist eines der perfektesten Melodramen seit Douglas Sirk, "Bunny Lake ist verschwunden" ist ein alptraumhafter Thriller über den Kampf einer jungen Mutter um ihr Kind, und "Fluss ohne Wiederkehr" ist ein ungewöhnlicher Western mit einem ungewöhnlichen Liebespaar (Marilyn Monroe/Robert Mitchum), dessen Qualitäten erst Jahrzehnte nach seiner Entstehung entdeckt wurden.

Der am 5. Dezember 1905, nach anderen Quellen 1906, geborene Preminger (sein Geburtsort ist umstritten) hat diese und andere Filme als unabhängiger Produzent und Regisseur gedreht. Der Final Cut war für ihn nie ein Thema. Er hatte immer die Kontrolle über seine Arbeiten. Und er war, was nahezu alle Interviewpartner bestätigen, ein unnachgiebiger Set-Tyrann, vor dem manche Schauspieler zitternd zusammenbrachen.

Eckhart Schmidt konnte einige der wichtigsten noch lebenden Preminger-Stars und Preminger-Zeugen vor die Kamera holen.

Die Gepräche mit Peter Bogdanovich bilden den roten Faden des Films. Außerdem kommen zu Wort: Premingers Tochter Victoria, die als Kind den Vater oft bei den Dreharbeiten besuchte, Kim Novak ("Der Mann mit dem Goldenen Arm"), Carol Lynley ("Der Kardinal", "Bunny Lake ist verschwunden"), Eva Marie Saint ("Exodus"), Kathryn Grant ("Anatomie eines Mordes"), Geoffrey Horne ("Bonjour Tristesse"), Don Murray ("Sturm über Washington"), Peter Weck ("Der Kardinal") und Stanley Rubin (Produzent von "Fluss ohne Wiederkehr.

Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 29.08.2019 um 03:00 Uhr auf BR.

29.08.2019
03:00
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Schlagwörter:Dokumentation/Reportage, Porträt/Biografie, Kino
Alternative Ausstrahlungstermine:
29.08.2019 03:00 Uhr BR
27.10.2018 21:45 Uhr ARD-alpha