Die Geschichte der Homöopathie (1/6)

Die Suche nach einer anderen Medizin

Quelle: ARD-Pressebild

Samuel Hahnemann kommt am 10. April 1755 in Meißen zur Welt und wächst in ärmlichen Verhältnissen auf. Dank seiner Begabung für Sprachen kann er jedoch das Gymnasium besuchen und schließlich Medizin studieren. Er lernt die Methoden, die in der ärztlichen Praxis seiner Zeit gang und gäbe waren: Aderlass, Schröpfen, Verabreichen von Einläufen, die Gabe von Brechmitteln. Diese Praktiken kommen aus der Humoralpathologie, der antiken Krankheitslehre, die auf Hippokrates und Galen zurückgeht.


Samuel Hahnemann kommt am 10. April 1755 in Meißen zur Welt und wächst in ärmlichen Verhältnissen auf. Dank seiner Begabung für Sprachen kann er jedoch das Gymnasium besuchen und schließlich Medizin studieren. Er lernt die Methoden, die in der ärztlichen Praxis seiner Zeit gang und gäbe waren: Aderlass, Schröpfen, Verabreichen von Einläufen, die Gabe von Brechmitteln. Diese Praktiken kommen aus der Humoralpathologie, der antiken Krankheitslehre, die auf Hippokrates und Galen zurückgeht.

Hahnemann erkennt, dass diese Behandlungen den Patienten mehr schaden als nutzen und gibt die eigene ärztliche Praxis auf. Er verlegt sich auf die Übersetzung medizinischer Schriften und arbeitet als Bibliothekar und Leibarzt von Adeligen, um seine immer größer werdende Familie zu ernähren. Insgesamt elf Kinder bringt seine Frau Johanna Küchler, eine Apothekerstochter, zur Welt.

Innerhalb von 20 Jahren ziehen sie 20 Mal um - immer auf der Suche nach einer besseren Anstellung oder einer günstigeren Wohnung. Der Arzt Samuel Hahnemann trifft Ende des 18. Jahrhunderts auf eine Medizin, die den Menschen mehr schadet als hilft. Im Zeitalter der "heroischen Medizin" gehören Aderlässe, blutiges Schröpfen und Klistiere zum Standard-Repertoire der Mediziner. Sie verabreichen ihren Patienten Brechmittel und Gifte wie Quecksilber - auf der Grundlage von Theorien, die seit der Antike überliefert sind und nie praktisch überprüft wurden.

Hahnemann (1755-1843) wendet sich von dieser Medizin mit Schrecken ab. Doch bald entdeckt er die Wirkung von extrem verdünnten Arzneien. Er experimentiert eifrig -zunächst an sich selbst, dann auch mit seinen Schülern. Immer mehr Patienten wenden sich an den "Martin Luther der Medizin", wie Hahnemann sich selbst einmal bezeichnet. Er erzielt Erfolge mit Medikamenten, die sehr wenig, ja teilweise gar nichts mehr der Ausgangssubstanz enthalten.

Seine neue, sanfte Lehre der Homöopathie begründet er vor über200 Jahren in seinem Grundlagen-Werk. Es erscheint erstmals 1810 unter dem Titel "Organon der rationellen Heilkunde". Bald ist es als "Organon der Heilkunst", wie das Buch ab der zweiten Auflage heißt, die Bibel der Homöopathen.

Die Dokumentationsreihe "Die Geschichte der Homöopathie" zeigt, in welchem Umfeld Hahnemanns neue Medizin entstand und wie er sie gegenüber starker Kritik verteidigte und immer weiter verbreitete. Dabei erfährt man auch die nötigen wissenschaftlichen Grundlagen, um sich selbst ein Bild davon machen zu können, ob die Homöopathie nun aus heutiger Sicht wirkt oder nicht.

Die sechs jeweils 30-minütigen Folgen zeichnen das bewegte Leben von Samuel Hahnemann nach und schildern die Entwicklungsgeschichte der Homöopathie. Experten vermitteln in Interviews Grundlagen und Hintergrundinformationen.

Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 12.07.2019 um 03:15 Uhr auf ARD-alpha.

12.07.2019
03:15
Livestream
Audio-Format:stereo
Bild-Format:16:9
Farbe:farbe
Audio-Beschreibung: nein
Hörhilfe: ja
HDTV: ja
Logo-Event: nein
VPS:1562894100
Schlagwörter:Dokumentation/Reportage, Geschichte, Gesundheit/Medizin, Natur
Alternative Ausstrahlungstermine:
12.07.2019 03:15 Uhr ARD-alpha
11.07.2019 17:45 Uhr ARD-alpha
26.02.2016 19:00 Uhr ARD-alpha