

Papst Franziskus hat sich vom 21. bis 24. Februar in Rom mit Bischöfen aus aller Welt über den Missbrauch in der katholischen Kirche beraten. Zum ersten Mal fand eine Konferenz zu diesem Thema im Vatikan statt, die Erwartungen waren hoch. Reden ist wichtig, aber reicht das? "Nein!", sagt Jutta Lehnert, Pastoralreferentin in Koblenz, "es geht nur um Machterhalt, nicht wirklich um Aufklärung und Zuwendung." Ehrenamtlich betreut sie Missbrauchsopfer, "weil ja sonst niemand mit ihnen redet." Die Theologin will eine Erneuerung von unten, weg von der patriarchalen Papstkirche hin zu einer Volkskirche, in der mehr Frauen das Sagen haben.
Auch Doris Reisinger hat Theologie studiert. Als Ordensfrau fühlte sie sich geistig entmündigt. Und sie wurde von einem Priester vergewaltigt. "Nein sagen, ist innerhalb der Kirche sehr schwer, weil Priester auf einen Sockel gestellt werden." Nur öffentlicher Druck werde etwas ändern. Und den baut sie auf, schreibt Bücher, hält Vorträge, gibt Interviews.
Die Sendung begleitet die zwei streitbaren Frauen bei ihrem Kampf für eine andere, bessere Kirche. Film von Florian von Stetten
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 07.07.2019 um 07:00 Uhr auf SWR.