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Fahrrad gegen Auto: Sind auf der Straße alle irre?

Film von Mathias Budzinski aus der Reihe "Unterwegs im Westen"
Samstag, 06.07.2019 15:30 Uhr
tagesschau24
Samstag
06.07.2019
15:30 Uhr
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Bildquelle: Pressebild (ard2017)
Bildquelle: Pressebild (ard2017)

Autofahrer gegen Radfahrer, Radfahrer gegen Fußgänger, Busfahrer gegen Taxifahrer: Dieser Kampf auf der Straße ist Alltag in NRW. Wüste Beschimpfungen und rüde Fingerzeige sind dabei die Sprache der Straße. Täglich kommt es tausendfach zu Streit, Rempeleien, schlimmstenfalls zu Unfällen. Die Stimmung ist aufgeheizt; vielerorts formieren sich Aktivisten, die für bessere Verkehrsverhältnisse kämpfen. Aber woran liegt das? Und was müsste besser laufen?

Yannik Voss ist Fahrradkurier in Köln. Er erlebt täglich, wie eng es in der größten Stadt von Nordrhein-Westfalen geworden ist. Autos parken direkt neben dem Radweg, Türen fliegen auf, Fußgänger springen auf die Straße. Lastwagen quälen sich durch das Chaos. Dazwischen der Mann mit den guten Reflexen und den durchtrainierten Beinen, der schon viel gesehen hat. Auch Unfälle.

Diese werden vom Kfz-Sachverständigen Sven Jestel untersucht. Er kommt, wenn das Auto verbeult ist oder der Radfahrer auf der Windschutzscheibe, so wie neulich geschehen. Da schlug der Radfahrer derart hart in die Frontscheibe, dass das Verbundglas gesplittert ist. Jestel schüttelt den Kopf: "Es braucht einen verdammt harten Einschlag, damit so eine Windschutzscheibe quasi zerbröselt."

Der Sachverständige beobachtet einen gefährlichen Trend: Fahrradfahrer sind immer schneller unterwegs. Autofahrer unterschätzen das und trauen dem Senior im Rückspiegel nur eine langsame Fahrt zu. Während die Älteren mit Elektroantrieb längst aufgerüstet haben und mit bis zu 40 km/h deutlich schneller angeflogen kommen als gedacht. Offenbar könnten sich Rad- und Autofahrer immer schlechter aufeinander einstellen, meint Sven Jestel: "Der Wille füreinander mitzudenken, lässt doch sehr stark nach. Gleichzeitig hat der Verkehr insgesamt stark zugenommen."

Der verfügbare Platz für alle Verkehrsteilnehmer wird immer enger; sogar in Nordrhein-Westfalens Radler-Metropole Nummer eins: Münster. Dort wohnen Simon Chrobak und sein Lastenrad. Er engagiert sich in der Fahrradpolitik und schreibt im Internet in einem Blog über "Pedalkultur". Er zeigt uns die Vor- und Nachteile seiner "gelobten" Stadt, die in einer jährlichen Umfrage wiederholt zur fahrradfreundlichsten Stadt NRWs erklärt wurde.

Nicht ohne Grund gibt es hier 400.000 Räder. Die Schattenseite: hohe Unfallzahlen. So saß im Jahr 2016 jeder zweite verletzte Unfallteilnehmer vor dem Crash im Sattel. In fast 40 Prozent der Fälle waren die Radler auch gleichzeitig die Verursacher der Unfälle.

Wie können wir mit dem Druck auf dem Asphalt, der Gefahr, der Aggression und dem gegenseitigen Unverständnis umgehen? Was tun gegen den Krieg auf unseren Straßen? Wir sind mit Rad- und Busfahrern, der Polizei und mit einem Unfall-Gutachter auf den Straßen im Westen unterwegs.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 06.07.2019 um 15:30 Uhr auf tagesschau24.

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Dokumentation/Reportage, Auto/Verkehr