Er gilt als die leibhaftige Verkörperung des Wirtschaftswunders: pausbäckig und rund im Bund. Dabei wollte Heinz, der Komiker, doch mal großer Komponist und Pianist werden.
Der Vater war Theaterkapellmeister, der kleine Heinz begann seine Bühnenlaufbahn mit Notenumblättern für viele Stars der internationalen Musikwelt jener Jahre. Von 1926 bis 1928 ging er nach Leipzig, um Musik zu studieren.
Als die politische Lage in seiner Heimat Riga schwieriger wurde, ging er zunächst nach Danzig, wo er im Funkhaus einige prüfende Herren von seinem Talent als Verfasser von humoristischen Gedichten überzeugte. Bald folgten Gastspiele im Berliner 'Kabarett der Komiker' - Erhardt wurde sofort ein Erfolg.
Einmal vor dem Mikrophon des Hamburger Rundfunks, kam jener spezifische 'Erhardt-Ton' ('Noch'n Gedicht...') zustande, der den Leuten unverwechselbar im Ohr blieb und Erhardts große Karriere begründete.
Auch im Film feiert Erhardt Erfolge: 1957: die erste Hauptrolle beim Film. Seine Vater-Rollen in 'Witwer mit fünf Töchter' oder 'Vater, Mutter und neun Kinder' stützen die Heile-Welt-Politik der Regierung und lösen im deutschen Film eine regelrechte Familienwelle aus.
Anfang der 60er gründet Ehrhardt eine eigene Produktionsfirma, produziert sechs Filme und geht nach drei Jahren Bankrott. Die Ikone des Wirtschaftswunders konnte nicht wirtschaften.
Im Dezember 1971 erlitt Erhardt einen Schlaganfall, der zu schweren Lähmungserscheinungen an der rechten Körperseite und zu Sprechschwierigkeiten führte. Er saß seitdem im Rollstuhl. Erhardt starb am 5. Juni 1979 - wenige Monate nach seinem 70. Geburtstag. Reihe "Legenden"
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 30.06.2019 um 11:15 Uhr auf tagesschau24.