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Die schwarzen Königinnen

Ein Film von Detlev Cordts und Nicola von Oppel
Montag, 01.07.2019 09:15 Uhr
HR
Montag
01.07.2019
09:15 Uhr
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Schon zu Zeiten der Pharaonen war der Nil der kulturelle und wirtschaftliche Korridor zwischen dem ägyptisch-mediterranen Norden und dem Herzen Schwarzafrikas. Im heutigen Sudan trafen diese beiden großen Kulturkreise aufeinander. In Nubien, wie es damals hieß, gab es jene Rohstoffe, auf die sich die Vormachtstellung Ägyptens stützte: Gold und Sklaven, Elfenbein, Ebenholz und Straußenfedern. Immer wieder zogen die Pharaonen nach Süden, um ihre wirtschaftlichen Interessen durchzusetzen.

Aber ab dem 3. Jahrhundert vor Christus bildete sich rund um die aufstrebende Hauptstadt Meroe, 250 Kilometer nordöstlich des heutigen Khartum, ein selbstbewusster neuer Staat, der für sieben Jahrhunderte die Geschicke der Region bestimmte. Stark beeinflusst von afrikanischen Traditionen, entwickelte sich hier unter der Führung schwarzer Königinnen eine von Ägypten zunehmend unabhängige Hochkultur mit einem eigenen Schriftsystem: Meroe wurde zu einer weltoffenen, toleranten, multikulturellen und sehr wehrhaften Hochkultur.

Besonders die Frauen hatten innerhalb dieser Gesellschaft eine starke Position. In der Rolle der Königin, als Kandake, hatten sie wesentlichen Einfluss auf alle politischen Entscheidungen. Erst heute entdecken die Archäologen und Historiker die Bedeutung der matriarchalischen Gesellschaft Meroes für die Geschichte der Antike und des afrikanischen Kontinents. In der Steppe des nördlichen Sahels fanden sie prachtvolle Paläste und Tempel, beeindruckende Grab- und Grenzanlagen und das größte Pyramidenfeld der Erde.

Woher bezog dieser Staat seine kulturelle Identität, seine Kraft und seinen Reichtum? Seit dem Beginn der Forschung in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts haben die Wissenschaftler erst jetzt ein vollständigeres Bild der meroitischen Kultur. Obwohl die Schrift noch nicht übersetzt werden kann, enträtseln die Forscher langsam die Struktur von Religion, Staatswesen, Architektur und schwarzafrikanisch bestimmter Sozialsysteme. Neue Funde zeugen von einer vergessenen Kultur, deren Wurzeln bis tief hinein nach Afrika reichten. Mit stimmungsvollen Spielhandlungen, großartigen Bildern und fotorealistischen Computeranimationen rekonstruiert der Film die Geschichte einer vergessenen matriarchalischen Hochkultur im Herzen Afrikas.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 01.07.2019 um 09:15 Uhr auf HR.

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Schlagwoerter
Dokumentation/Reportage, Geschichte, Wissenschaft/Forschung, Alte Kulturen, Sudan