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Algerien: Ein Land erwacht

Dokumentation Frankreich 2019
Donnerstag, 04.07.2019 10:55 Uhr
arte
Donnerstag
04.07.2019
10:55 Uhr
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Bildquelle: Pressebild (ard2017)
Bildquelle: Pressebild (ard2017)

Am Freitag, dem 22. Februar 2019 gingen die Menschen in Algerien auf die Straße, um gegen eine fünfte Amtszeit des greisen, schwerkranken Präsidenten zu protestieren. Am Freitag darauf wurde die Demonstration wiederholt - und die weiße Revolution war geboren. In nur drei Monaten gelang es der gut organisierten algerischen Bevölkerung, mit ihren vorbildlich friedlichen Demonstrationen die Machterhaltungspläne des Bouteflika-Clans zum Scheitern zu bringen und das Regime zu zwingen, Präsidentschaftswahlen anzuberaumen: Wahltag ist der 4. Juli. Bisher weiß niemand, ob der Urnengang tatsächlich stattfinden wird, ob die Armee "gutwillig" bleibt oder ob die Islamisten versuchen werden, die Bewegung zu vereinnahmen.Die algerische Krise ist vielschichtig und verdient eine neue Analyse.Drei junge Algerier erklärten sich bereit, für diese Dokumentation die demokratische Übergangsphase aus ihrer Perspektive zu dokumentieren.Einer von ihnen ist Schüler. Seine revolutionäre Begeisterung machte ihn zu einem Star der sozialen Netzwerke.Die Zweite ist Frauenrechtlerin: Für sie geht es bei dieser demokratischen Wende um die Emanzipation der algerischen Frau.Der Dritte ist ein Mittdreißiger, der bis zu den Geschehnissen in Frankreich lebte und nach Algerien zurückkehrte, um das neue Kapitel in der Geschichte seines Landes mitzuschreiben.Mit ihren Smartphones fingen sie die täglichen Ereignisse dieses historischen Umbruchs ein. Die Erlebnisse der drei jungen Menschen werden von der Filmemacherin Sofia Djama, der Politologin Louisa Dris-Aït-Hamadouche, ferner Wirtschaftswissenschaftlern, Soziologen und Anwälten kommentiert und eingeordnet. Sie alle leben in der Hauptstadt Algier und leisten ihren Beitrag zum demokratischen Aufbruch in Algerien.Auch in Paris wurden prominente Vertreter der algerischen Gesellschaft zur aktuellen Krise befragt. Einige leben im Exil, wie der Journalist Mohamed Benchicou, andere pendeln zwischen Paris und Algier, wie der Schriftsteller Kamel Daoud und die Sängerin Souad Massi. Vor der Kamera erinnern sie an die Verbrechen und den Machtmissbrauch derer, die im Zuge der Unabhängigkeit Algeriens die Herrschaft an sich gerissen haben.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 04.07.2019 um 10:55 Uhr auf arte.

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